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Über die Sonntraten auf den Rechelkopf Einsamer Höhenrücken mit Isarblick im Mangfallgebirge

Bewegungsradius gerade einschränken. Für Skitouren liegt in den Bayerischen Alpen derzeit eher nicht mehr genügend Schnee, für Bergwanderungen liegt dagegen oft noch zu viel. Da braucht man passende Ziele für diese Übergangszeit, zum Beispiel eine kleine Tour über die Sonntraten auf den Rechelkopf oberhalb von Bad Tölz.

Von: Manfred Wöll

Stand: 20.03.2020

Rechelkopf: … und plötzlich steht das gewaltige Gipfelkreuz vor einem! | Bild: BR/Manfred Wöll

Corona hat die Welt im Griff. Wir alle müssen unseren Bewegungsradius gerade einschränken, und wer weiß, wie lange wir überhaupt noch auf den Berg gehen dürfen. In dieser Woche hat nichts dagegengesprochen. Für Skitouren liegt in den Bayerischen Alpen derzeit eher nicht mehr genügend Schnee, für Bergwanderungen liegt dagegen oft noch zu viel Schnee. Da braucht man passende Ziele für diese Übergangszeit, zum Beispiel eine kleine Tour über die Sonntraten auf den Rechelkopf oberhalb von Bad Tölz.

Montagfrüh, blauer Himmel, klare Luft, nur zwei Autos stehen am Wanderparkplatz in Gaißach. Mit dynamischen Schritten bin ich auf dem Sonntratensteig unterwegs. Der Weg ist gut angelegt, aber steil, dafür sonnig, da südwestlich ausgerichtet. Es sind nur ungefähr 350 Höhenmeter, dann bin ich oben auf der Sonntraten oberhalb von Almwiesen. Jörg aus München hat es sich auf einem Bankerl gemütlich gemacht und bezeichnet die Sonntraten als „Frauenberg“, weil hier oft Frauen mit Kindern unterwegs sind. Das ist auch kein Wunder, denn mit Kindern braucht man kleine, machbare Ziele ohne Absturzgefahr, und da ist die Tour auf die knapp 1100 Meter hohe Sonntraten wirklich geeignet.

Zum Teil liegt noch etwas Schnee

Auf dem Weiterweg Richtung Rechelkopf wird es zugegebenermaßen etwas batzig und schattig. Die fehlende Sonne im Wald ist ein guter Grund, flott zu gehen. Nach insgesamt eineinhalb Stunden Aufstieg und nur einem kurzen Schneefeld steht das Ziel schon vor mir: das Gipfelkreuz mit Bank auf dem Rechelkopf. Die Bergkuppe ist fast schon komplett frei von Schnee, freier Blick ins Karwendel und hinüber zu Brauneck und Benediktenwand.

Auch Monika und Marlene hatten die Idee auf den Rechelkopf zu gehen, quasi als Feierabendtour. Ja - bloß, es ist Montagmittag, was nicht unbedingt nach Feierabend klingt. Doch Marlene erzählt, dass sie sozusagen „corona-frei“ hat, da sie im Kindergarten arbeitet und der ist jetzt geschlossen. Es ist ein guter Platz hier oben, um über all das nachzudenken. Marlene gibt zu, dass sie zu denen gehört, die Corona am Anfang unterschätzt haben und das jetzt ganz anders sieht. Wir ratschen noch etwas, einige Male noch fällt das Wort Corona, aber dann schauen wir gemeinsam auf das Bergpanorama und eine Zeitlang über die aktuellen Probleme hinweg. Berge sind gut für die Seele - in diesen Zeiten merkt man das vielleicht ganz besonders.

Karte: Rechelkopf

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Karte: Rechelkopf


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