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In der Sächsischen Schweiz Unterwegs auf dem Malerweg

Der „Malerweg Elbsandsteingebirge“ in der Sächsischen Schweiz ist mit einer der schönsten Wanderwege Deutschlands. Wo sich einst Maler wie Caspar David Friedrich zu unsterblichen Werken inspirieren ließen, wandert man heute auf einem 112 km langen Weg durch die faszinierende Felslandschaft der Sächsischen Schweiz.

Stand: 23.04.2021

Auf dem Malerweg in der Sächsischen Schweiz | Bild: BR, Sabine Göb

Auf einzigartige Weise vereint der Malerweg auf historischer Route durch das Elbsandsteingebirge Natur, Wandern und Kunst. Der Ursprung des Rundwanderweges reicht in das 18. Jahrhundert zurück als das Elbsandsteingebirge als wildromantisches Reiseziel in Mode kam. 2006 wurde der Malerweg dann auf Basis der historischen Reiseführer und Kunstwerke rekonstruiert und neu ausgeschildert. Seit 2012 vermitteln Schautafeln mit historischer Landschaftskunst an eben jenen Orten, an denen diese einst entstanden ist, ein Gefühl für die kunsthistorische Bedeutung dieser Region.

Im Gegensatz zu einst findet der Wanderer heute eine durchgängige Beschilderung, ausgebaute Wege und ein dichtes Netz an wanderfreundlichen Rastplätzen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten. Bei der Konzeption des „neuen“ Malerweges hat sich der Tourismusverband Sächsische Schweiz eng an den Kriterien für Qualitätswanderwege des Deutschen Wanderverbandes orientiert.

Fast alles, wofür die Sächsische Schweiz berühmt ist, findet man entweder direkt am oder unweit des Weges: Festung Königstein, Pfaffenstein, Barbarine, Kuhstall, Affensteine, Schrammsteine, Kirnitzschtal, Burg Hohnstein, Felsenbühne Rathen, Bastei und vieles mehr.

Eine sehr schöne Etappe des Malerwegs führt durch das acht Kilometer lange Kirnitzschtal. Hier liegt auch der älteste Kurort der Sächsischen Schweiz, Bad Schandau. Ab dem Stadtpark kann man mit der berühmten historischen Straßenbahn durch das wildromantische Tal quasi zum Wandern fahren. Die erste Fahrt fand bereits 1898 statt. Heute werden die Fahrten von einem Schaffner in historischer Uniform begleitet. 30 Minuten dauert die Fahrt bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Der Wasserfall mit seinen über fünf Meter hohen Sandsteinstufen wurde künstlich angelegt.

Gleich neben den Gleisen geht es dann bergan zum „Kuhstall“, der größten Felsenhöhle im Elbsandsteingebirge. Schon der erste Eindruck dieser wilden Landschaft zieht den Wanderer in den Bann, ist doch die Natur selbst der beste Bildhauer. Für Menschen mit Sinn für Naturschönheit ist der Malerweg ein Paradies, meint Wanderführerin Yvonne Brückner. Kein Wunder also, das schon vor 200 Jahren viele Maler von der Akademie in Dresden hier mit Block und Bleistift unterwegs waren. Heute sind auf dem steilen Weg hinauf zur Schrammstein-Aussicht eher die Fotografen unterwegs, denn hinter jeder Ecke wartet ein neues Motiv. Das Sonnenlicht spielt mit fragilen Farnen, Granit aus der Lausitz trifft auf Sandstein, abgelutschter Granit kontrastiert mit den Felsriffen. Oben auf den charakteristischen Tafelbergen schweift der Blick weit ins Land, unten schlängelt sich träge die Elbe dahin. Besonders im Morgenlicht und in der Abenddämmerung entstehen hier Bilder in Kopf und Seele, die sich einst schon den Romantikern tief eingeprägt haben.

Allerdings sind vor den Genuss des Panoramas schweißtreibende Aufstiege gestellt. Viele der Felsen sind nur mit Metallleitern zu besteigen, mehrere hundert Stufen läppern sich da zusammen, werden aber mit Glücksgefühlen belohnt – und mit kulinarischen Köstlichkeiten z.B. sächsische Quarkkeulchen - die süße Belohnung schlechthin für einen langen Wandertag mit oder ohne Staffelei.


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