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Wandern und Klettern am Plankenstein Herbstziel im Mangfallgebirge

Er ist ein echter Plankenstein-Fan, der Tegernseer Musiker und Produzent Hans Franek. Und nicht zuletzt deshalb hat er auch ein Lied über diesen formschönen Felsgipfel in den Tegernseer Bergen geschrieben: „Almarausch am Plankenstein“.

Von: Bernhard Ziegler

Stand: 10.10.2019

Plankenstein | Bild: BR/Bernhard Ziegler

Franek hat auch eine Vorstellung, wie der Berg zu seinem Namen gekommen ist, dessen Schreibweise übrigens variiert: Mal liest man Plankenstein, mal Blankenstein. „Er ist eben ein blanker Stein“, meint Franek und Recht hat er. Dieser Plankenstein bildet nämlich einen herrlichen Kontrast zur sonst so lieblichen Voralpen-Idylle mit ihren Almen und bewaldeten Bergen; da sticht der wilde Felsgipfel mit seinen Türmen, Wandfluchten, Rissen und Graten einfach heraus. Und das nicht nur landschaftlich, sondern auch bergsteigerisch. Der wilde Felsgipfel lässt sich nämlich nicht so einfach ersteigen wie die umliegenden Wandergipfel.

Ein Aha-Erlebnis beim ersten Anblick

Gedenkstätte für die Hettlage-Kinder

Schon beim Zustieg durch den urwaldähnlichen Siebli-Graben ist ein Minimum an Trittsicherheit gefragt, denn hier ist es immer nass, batzig und damit rutschig. An der Riedereck-Alm betritt man dann freies Gelände und darf das erste Mal das Kaisergebirge in der Entfernung bestaunen. Der Plankenstein jedoch versteckt sich noch. Umso größer ist dann aber das Aha-Erlebnis, wenn er unvermutet auftaucht. Da steht er plötzlich in seiner ganzen Pracht. Dann geht es an der Gedenkstelle für die Hettlage-Kinder und ihre Freunde vorbei; die jungen Leute sind 1954 am Risserkogel in einer Lawine gestorben.

Lustige Kletterei

Am Plankenstein-Sattel wird’s dann ernst: Wer auf den Gipfel will, sollte den II. Schwierigkeitsgrad seilfrei sicher beherrschen. Die Schlüsselstelle wird gar mit II+ bewertet. Das ist nicht jedermanns Sache, nicht einmal der Plankenstein-Fan Hans Franek war oben. „Ich hab’s zweimal probiert und zweimal hab ich mir in die Hos’n g’macht ...“, gibt Franek offen zu.

Die lustige Kletterei über den Normalweg führt durch eine kaminartige Felsrinne und ist teilweise schon recht abgespeckt. Das macht es natürlich gerade an Tagen mit Restfeuchte im schattigen Kamin nicht einfacher. Allerdings findet man auch immer wieder schöne Blöcke, an denen man sich hochwuchten kann; Könner verwenden hier zudem die Spreiz-Technik.

Beliebter Kletterberg

Der Plankenstein bietet ein tolles Panorama

Der Normalweg ist aber nicht die einzige Route am Plankenstein. Der Berg ist auch sehr beliebt bei den richtigen Kletterern, bietet er doch eine Vielzahl von Möglichkeiten unterschiedlichster Schwierigkeit.

Egal, über welchen Weg man den Gipfel erreicht hat, letztendlich genießen oben alle ein und dasselbe Panorama – und das ist ebenso einzigartig in den Bayerischen Voralpen wie der Gipfel.

Karte: Plankenstein

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Karte: Plankenstein


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