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Auf die Kappeler Alp bei Pfronten Von der Hölle durch ein Blumenparadies in den Himmel

Hoch hinaus auf große Touren geht es derzeit noch nicht. Wer aber eine schöne und durchaus fordernde Einstiegstour zur Vorbereitung auf Anspruchsvolleres sucht, dem sei eine gut dreistündige Rundwanderung über die Kappeler Alp an den Hängen der Alpspitze zwischen Pfronten und Nesselwang empfohlen.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 25.05.2018

Kappeler Alp | Bild: BR/Andrea Zinnecker

Von Pfronten-Kappel geht es durch die Höllschlucht steil hinauf zur Kappeler Alp und über die Wallfahrtskirche Maria Trost und den Kappeler Höhenweg wieder zurück.

Es geht durch die "grüne Hölle" am Höllbach

Am Wochenende ist im Waldseilgarten Höllschlucht die Hölle los. Zwischen den Bäumen versuchen große und kleine Abenteurer an wackligen Seilen ihre Höhenangst zu überwinden. Schwindelfrei und trittsicher sollte sein, wer durch die Höllschlucht steigt. Gleich hinter dem Waldseilgarten geht es am Höllbach entlang in die „grüne Hölle“ der engen Schlucht. Durch steiles Schluchtwald- und Felsgelände schraubt sich der schmale, wurzeldurchsetzte und zum Teil versicherte  Steig in die Höhe, vorbei an großen und kleinen Wasserfällen und höhlenartigen Felsspalten.

Nach einer guten Stunde geht es auf einem bewaldeten Grat aus der Hölle hinaus ins Paradies – ins Blumenparadies. Die Bergwiesen unterhalb der Kappeler Alp stehen bereits in voller Blüte: Teufelskralle und weißes Waldvöglein, Arnika, Knabenkräuter und viele Raritäten mehr. Durch die buntgetupften Wiesen geht es zur 1350 Meter hochgelegenen Kappeler Alp und zum weithin sichtbaren Panorama-Kreuz, das einen idealen Aussichts- und Brotzeitplatz bietet.

Das Panorama-Kreuz an der Kappeler Alp

Der Blick schweift über die Ostallgäuer Moränenlandschaft und das Füssener Seenland bis zur Burgruine Falkenstein und zu Schloss Neuschwanstein und hinein ins Ammergebirge. Säuling und Zugspitze recken sich prominent in die Höhe. Auf der Kappeler Alp kann man somit beides: sich sattsehen und sich sattessen. Bei Hüttenwirtin Michèle steht keiner hungrig auf, egal ob Bärlauchknödel, Kaspressknödelsuppe, Topfenstrudel oder Almbrotzeit.

Plötzlich wird die Hütte zur Sardinenbüchse. Ein heftiges Gewitter bricht los, Hagelkörner prasseln herab und jeder sucht Schutz in der Stube. Es ist ein richtig gemütliches Verhocken, die Stimmung steigt, auch der Pegel der Lautstärke.

Die barocke Wallfahrtskirche Maria Trost

Beim Abstieg von der Kappeler Alp zur Wallfahrtskirche Maria Trost am Nordostabhang der Nesselwanger Alpspitze schließen sich die Schleusen des Himmels wieder ein wenig. Das barocke Kirchlein mit dem schindelgedeckten Turm wurde 1658 errichtet, wird gerade restauriert, lohnt aber einen Blick in den Barockhimmel des Altarraums. Wo heute dichte Fichtenbestände für Waldeinsamkeit sorgen, gab es früher freie Sicht ins Alpenvorland, denn der Platz war eine Vieh- und Rossweide. Vor der Wallfahrtskirche steht übrigens noch eine 360 Jahre alte Linde. Von Maria Trost geht es dann hinab in Richtung Wank und auf dem Kappeler Höhenweg in leichtem Bergauf-Bergab durch Bergwald und viele kleine Bachtobel zurück nach Pfronten-Kappel.

Bester Ausgangspunkt für die Tour ist der kostenfreie Parkplatz unterhalb des Waldseilgartens Höllschlucht vor Pfronten-Kappel. Wegen Brückenbauarbeiten ist die Höllschlucht bis in den Juni hinein wochentags gesperrt, am Wochenende aber begehbar. Alternativ kann man auch über den Wiesenweg direkt neben der Höllschlucht in einer guten Stunde zur Kappeler Alp aufsteigen.

Karte: Pfronten

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Karte: Pfronten


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