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Wandern auf Korcula in Kroatien Eine Küstenwanderung auf der „Schwarzen Insel“

Die kroatische Insel Korčula liegt in der Adria vor der Küste Süddalmatiens. Auf Grund der dunklen Kiefernwälder wurde die gut 46 Kilometer lange Insel früher „Schwarze Insel“ genannt. Bei einer gut eineinhalbstündigen Küstenwanderung lässt sich zum Beispiel der reizvolle Westen der Insel erkunden.

Von: Claudia Steiner

Stand: 18.06.2020

Insel Korcula | Bild: BR/Kilian Smith

Los geht es in der Bucht der kleinen Stadt Vela Luka unweit des Strandbads. Ein braunes Schild weist den Weg in die Gradina-Bucht. Der Pfad verläuft nur wenige Meter vom Wasser entfernt, oft im Schatten von Pinien und Kiefern und bietet dank der Bäume angenehmen kühlen Schatten. Auch deshalb geht Wanderführer Frano Vlasic diesen Weg im Sommer gerne mit Urlaubsgästen. Die Wanderung führt zunächst an der Nordküste von Vela Luka entlang. Am Weg liegen mehrere Kapellen, die erste ist die St.-Nikolaus-Kapelle. Jedes Jahr am 6. Dezember, dem Nikolaustag, wird hier eine Heilige Messe direkt am Meer gefeiert. Viele Einwohner von Vela Luka ankern in der Bucht vor der Kapelle und nehmen vom Boot aus an der Messe teil.

Steinwände am Wegesrand

Vela Luka befindet sich in einer tief eingeschnittenen Bucht und ist dadurch windgeschützt. An den terrassenförmigen Hängen wachsen Weinreben sowie Oliven, Feigen und Orangen. Die aus Steinen aufgeschichteten Terrassen sind eine alte Anbau-Tradition auf der Insel, erklärt Frano. Sie wurden errichtet, weil es auf Korcula zu wenig Anbauflächen gab. So haben die Menschen die Steine aus der Erde geklaubt und mit ihnen die Steinmauern hochgezogen. Im windgeschützten Raum zwischen den Mauern gedeihen die Pflanzen gut, außerdem wird das Wasser so länger im Boden gehalten. Diese Form des terrassierten Anbaus würde übrigens von der UNESCO als Kulturerbe anerkannt.

Rechts vom Weg ziehen sich Olivenhaine und Gärten hin, links sind ein paar Häuser zu sehen, dazu Felsen und das Meer. Wir kommen nur an einem größeren Hotel vorbei, ansonsten ist der Wanderweg sehr abgeschieden. Nach etwa einer Stunde müssen wir knapp 100 Höhenmeter aufsteigen, doch schon bald geht es wieder sanft bergab. Die rotweiße Wegmarkierung ist allerdings oft von Lavendelsträuchern und anderen Büschen verdeckt. Nach etwa eineinhalb Stunden ist die Gradina-Bucht erreicht. Vor der Bucht liegen kleine Inseln, auch eine Halbinsel ragt ins Meeresblau hinaus, auf der ein paar Häuser, Hütten und eine kleine Kapelle stehen. Diese kleine Halbinsel schützt die Bucht. Erst im frühen 20. Jahrhundert wurde eine Verbindung zwischen Korcula und der Halbinsel gebaut. Davor hing es von den Gezeiten ab, ob die Halbinsel nur eine Halbinsel oder eine komplette Insel war.

Sprung ins Wasser nach der Wanderung

Obwohl große Teile des Weges im Schatten verlaufen, freuen wir uns jetzt auf eine Abkühlung und genießen zuerst im Restaurant eine erfrischende Limonade und dann natürlich noch ein Bad im Meer.

Von der Gradina-Bucht geht es dann entweder mit dem Taxi oder zu Fuß auf demselben Weg am Wasser zurück nach Vela Luka. In der Umgebung von Vela Luka gibt es zudem noch mehrere ausgeschilderte Wanderwege, die durch das Hügelland der Inselführen. Wegbeschreibungen und Informationen bekommen Wanderer vor Ort bei den Tourismusämtern oder unter www.tzvelaluka.hr/wollkommen-in-vel-luka sowie unter www.croatia.hr/de

Karte: Korcula

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Karte: Korcula


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