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Zur Gibler Alm im Tiroler Lechtal Geschichte und Geschichten rund um das Bernhardstal

Wir gehen hinaus in die freie Natur, ins Tiroler Lechtal nach Elbigenalp. Hier führt eine hübsche kleine Wanderung hinauf ins Bernhardstal, dem „Grand Canyon der Lechtals“, und zur Gibler Alm: ein echter Logenplatz in rund 1200 Meter Höhe, an dem sich die Sonne den ganzen Tag über zeigt – wenn sie denn scheint.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 11.05.2018

Geschichte und Geschichten rund um das Bernhardstal | Bild: BR; Andrea Zinnecker

Es bräuchte dringend Regen, damit die Flora in voller Schönheit aufblüht, sagen einheimische Wanderer.

Elbigenalp im Tiroler Lechtal

Ihr Wunsch in Gottes Ohr: Regen bringt Segen - ändert aber nichts an der begnadeten Lage der Gibler Alm, die von Elbigenalp auf einem Forstweg in einer knappen Stunde zu erreichen ist. Der Talkessel von Elbigenalp liegt einem zu Füßen, der Blick schweift hinein in die Lechtaler Alpen. Was man da genau sieht, erklärt Cornelia Wasle, die Wirtin der Gibler Alm: Ruitelspitze, Saxer Spitze, Fallenbacher Kamm, Vorderer und Hinterer Sonnenkogel usw. – und im Rücke befindet sich die 2262 Meter hohe Rotwand, der Hausberg von Elbigenalp. Der Name kommt nicht von ungefähr, weiß Christoph Bader, und verweist auf den rötlichen und schnell verwitternden Mergelkalk.

In Elbigenalp beginnt das Bernhardstal

Rechterhand von der Gibler Alm zieht sich das Bernhardstal hinauf zur Hornbachkette und zum Allgäuer Hauptkamm in Richtung Krottenkopf. Einst war das tief eingeschnittene Bernhardstal, das nicht umsonst als Lechtaler „Grand Canyon“ bezeichnet wird, eine wichtige Schwabenkinder- und Schmugglerroute. Vorbei an der Zollhütte ging es durch das Bernhardstal hinauf zur Krottenkopfscharte, weiter zum Mädelejoch und hinab nach Oberstdorf – ein langer und anspruchsvoller Weg, steinschlag – und lawinengefährdet.

Saxer Spitze und Fallenbacher Spitze

Eine kürzere Route führt als Rundwanderweg von der Gibler Alm nur ein Stück hinein ins Bernhardstal und auf der anderen Talseite steil hinauf zur Jausenstation Kasermandl und vorbei an der Ölbergkapelle hinab nach Elbigenalp. Doch Vorsicht - auf der nur mit Grünerlen bewachsenen Schattseite des Bernhardstal liegen noch viele Schnee- und Lawinenreste. Da bleibt man also besser auf der Gibler Alm und lässt es sich gut gehen. Die Rindssuppe mit den frisch angerösteten, g‘schmackigen Kaspressknödeln ist ein Gedicht, ebenso die Speckknödelsuppe und der Kaiserschmarrn. Statt Kuchen gibt es frische selbstgemachte Waffeln.

Die Gibler Alm

Bleibt die Frage, ob früher auch drüben auf dem Kasermandl, auf der anderen Seite der Bernhardstalschlucht, Käse gemacht wurde. Christoph Bader verneint und erklärt, dass der Name Kasermandl von einer Sagenfigur kommt, die gern Schabernack getrieben hat. Dem Kasermandl dürfte auch Königin Marie von Baiern begegnet sein. Die passionierte Bergsteigerin und Mutter des Märchenkönigs war oft in Elbigenalp zu Gast und in den Bergen unterwegs und hat auf dem Weg zum Kasermandl auch die Ölbergkapelle oberhalb von Elbigenalp besucht, die im 18. Jahrhundert von einem Eremiten erbaut wurde und noch heute liturgisch genutzt wird mit Kreuzwegandachten, Werktagsmessen und Maiandachten.

Karte: Die Gibler Alm

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Karte: Die Gibler Alm


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