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Der Teufels-Tisch bei Bischofsmais Wanderung zu einer sagenumwobenen Felsformation

Der „Teufels-Tisch“ ist ein sagenhaftes Geotop im Arberland. Die bizarre Felsformation krönt einen bewaldeten Höhenzug bei Bischofsmais im Bayerischen Wald. Gut zehn Meter hoch und unwirklich bizarr verschachtelt sind hier Granitplatten übereinander getürmt, die – so erzählt man sich - der Leibhaftige vergessen haben soll.

Von: Christoph Thoma

Stand: 07.12.2019

Wanderung zu einer sagenumwobenen Felsformation | Bild: BR; Christoph Thoma

Für die abwechslungsreiche Rundwanderung im Geißkopf-Gebiet zwanzig Kilometer nordöstlich von Deggendorf braucht es gute Schuhe, Trittsicherheit und eine Brotzeit. Dann steht einer spätherbstlichen Halbtagestour im Arberland zwischen Bischofsmais und Habischried nichts mehr im Weg.

Ein Fischteich am Besinnungsweg

Die Wanderung beginnt im Kurpark von Bischofsmais. Ein gewaltiger Granitblock ist der Startpunkt – trotzdem nur ein kleiner „Teufels-Tisch“, meint Michael Kramhöller vom Bayerischen Waldverein, und verweist auf die rote Drei, die Markierung unserer Tour. Wir entscheiden uns dafür, den Weg entgegen dem Uhrzeigersinn unter die Füße zu nehmen, also in Richtung Wastlsäge.

Hier gab's früher einen Teich

Wir folgen ein Stück dem neuen „Barfußpfad“ und biegen dann in den „Besinnungsweg“ ein - ein Angebot der Gemeinde Bischofsmais für ihre Feriengäste und für Einheimische, sich Auszeiten zu nehmen und zur Ruhe zu kommen. Zunächst schlängelt sich ein schmaler Wiesenweg aus dem Ort hinaus und am Sportplatz vorbei.

Neben dem Weg gurgelt der Fahrnbach

Weiter geht es dann auf einem geschotterten Feldweg hinein in den Wald. In diesem Biotop gab es lange einen kleinen Teich, auf dem Michael Kramhöller mit seinen Schulfreunden früher Eisstockschießen konnte. Durch die Trockenlegung der Felder ringsum ist der Grundwasserspiegel jedoch gesunken und der Teich verschwunden. Nun überqueren wir den rauschenden Fahrnbach, der nach einer Ortschaft in der Nähe benannt ist, tauschen uns mit ein paar Mitwanderern über die Wegführung aus und passieren die „Wastlsäge“, eines der ersten Hotels im Bayerischen Wald. Ganz allmählich wird der Weg steiler. Ein Wegweiser deutet nach oben auf die sportliche Variante der „Roten Drei“. Über Wurzeltreppen und auf felsigem Steig schrauben wir uns in einer guten halben Stunde knapp 200 Höhenmeter hinauf zum Grat. Am Ende des jähen Aufstiegs, für den man gute Schuhe braucht, öffnet sich ein herrlicher Blick hinaus ins Land. St. Herrmann liegt unter uns, schräg gegenüber der Geißkopf und ganz am Horizont der Große Arber, der König des Bayerischen Waldes, mit seinen „Antennenohren“.

Vor dem Teufelstisch

Ein paar Schritte weiter, auf schmalem Waldpfad über Felsbrocken, ragt plötzlich vor uns in 878 Meter Höhe ein aberwitziges Naturmonument auf: der „Teufels-Tisch“. Um diese außergewöhnliche Felsformation, ein ausgewiesenes Geotop, rankt sich eine uralte Sage: „Der Teufel kam gerade von Fahrnbach her, da überfiel ihn starker Hunger. Weil er keinen Tisch für seine Brotzeit hatte, baute er sich rasch einen aus herumliegenden Steinen. Schon war auch eine teuflisch gute Mahlzeit darauf gezaubert, als von der Unterbreitenau herüber das Glashüttenglöcklein zwölf Uhr zu läuten anfing. Das konnte der Teufel nicht aushalten und er flog fluchend durch die Luft davon.“

Ein Stück wie im Urwald

Fachleute bezeichnen den Teufels-Tisch als Wollsack-Granitfelsformation - Produkt eines nacheiszeitlichen Erosionsprozesses. Die sagenhafte Erklärung ist allerdings schöner, und Michael Kramhöller hat noch eine Ergänzung parat: „Wir sind als Buben ganz hinaufgeklettert auf den Teufelstisch, auf der obersten Platte haben wir eine Vertiefung so wie eine Schüssel entdeckt, und darin lagen steinerne Knödel!“ Vorbei an vielen kleineren Teufelstischen - und somit auf einer Art höllischen Achterbahn voller seltsamer Wollsäcke bergauf und bergab - wandern wir den Höhenrücken weiter entlang bis zu einem Wegweiser. Hier steigen wir ab und erreichen den Forstweg nach Habischried.

Zurück in Bischofsmais

Im Abstieg treffen wir auf Wanderer, die von Habischried herkommen, also gerade andersherum unterwegs sind. Sie wollen natürlich auch zum Teufels-Tisch. Wir haben die Schwierigkeiten schon hinter uns und sind nach gut drei Stunden und etwa zehn Kilometern gesamter Wegstrecke über Habischried und Unterbreitenau wieder zurück am Ausgangpunkt in Bischofsmais. Hier gibt es dann auch ein Wirtshaus zum Einkehren. Bischofsmais ist übrigens prima mit Bahn und Bus über Deggendorf oder Regen erreichbar.

Weiterführende Informationen gibt es unter www.landkreis-regen.de/bischofsmais

Karte: Der „Teufels-Tisch“

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Der „Teufels-Tisch“


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