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Coole Wanderung auf dem Wendelsteinmännleinweg Schatten rund um Bayrischzell

Die Bayrischzeller Sage von den Berggeistern am Wendelstein erzählt, dass in den Höhlen des Wendelsteins einst große Schätze verborgen gewesen waren und von kleinen Männlein bewacht wurden. Böse Menschen aus dem Tal wollten den Schatz stehlen, fanden aber statt Gold nur Eisenerz. Als sie das Erz abbauen wollten, wurde es zu wertlosem Kalkgestein und die Männlein waren fortan verschwunden. Der Berg aber, in dem die Männlein einst lebten und den Stein verwandelten, als man ihn stehlen wollte, heißt bis heute Wendelstein.

Von: Barbara Weiß

Stand: 10.07.2020

Coole Wanderung auf dem Wendelsteinmännleinweg zwischen Wasser und Berg | Bild: BR; Barbara Weiß

Jetzt sind die Wendelsteinmännlein in Bayrischzell wiederaufgetaucht. Sie markieren einen Rundwanderweg, der nach ihnen benannt ist und oberhalb von Bayrischzell verläuft. Der Wendelsteinmännleinweg ist eine ideale Wanderung nicht nur für Kinder, sondern für alle, die trotz der großen Hitze unterwegs sein möchten. Wasserspiele, Gumpen, Bäche und Wasserfälle liegen am Weg, der allerdings nicht kinderwagentauglich ist. Je nach Kondition und Spielenergie benötigt man für die Wanderung zwischen ein und drei Stunden.

Der Aussichtsturm

Die Wendelsteinmännlein sind rote Zwerge, aus Holz geschnitzt, tragen ein rotes Holzhütchen und zeigen mit ausgestrecktem Finger die Wanderrichtung. Verlaufen kann man sich da wirklich nicht, und für Kinder wird die Suche nach dem nächsten Männlein fast zu einer Art Schnitzeljagd und nie langweilig. Eine Urlauberfamilie ist schon sieben Mal den Weg gegangen, jeden Sommer einmal, und bei der derzeitigen Hitze kommt hier selbst der Papa ins Schwitzen, auch weil er seinen kleinen Sohn tragen muss. Die meiste Zeit geht es durch den Bergwald und vorbei am Parapluie über Bayrischzell mit Panoramablick und einem Aussichtsturm. Das Totholz im Bergwald wird erklärt, übernimmt das abgestorbenes Holz doch eine wichtige Funktion im Wald übernimmt, zum Beispiel als Lebensraum für Insekten. Durch das Totholz geht es zu einem Bach, den man durchwaten muss. Da lassen sich dann auch Staudämme bauen.

Gumpen mit Wasserfall

Nächste Stationen sind ein Wasserfall und die Grüne Gumpe, ein Wasserspielplatz. Nachdem der Schnee im vergangenen Winter viel zerstört hat, wird gerade alles neu und noch schöner angelegt. Der Wanderpfad führt dann weiter über Wurzeln und Steine. Irgendwann kommt man dann aus dem Wald heraus in die Sonne. Grillen zirpen, Kühe grasen friedlich, es duftet würzig nach Heu. Ein Traktor fährt seine Schleifen über frisch gemähte Wiese und macht aus dem getrockneten Gras riesengroße Ballen. Im Hintergrund thront der Wendelstein, der wegen der Antenne des Bayerischen Rundfunks unverwechselbar und leicht zu erkennen ist. Den Gipfel erreicht der Wendelsteinmännleinweg aber nicht, und das ist auch gut so, denn man braucht vom höchsten Punkt des Rundwanderwegs noch mindestens zweieinhalb Stunden für den Aufstieg zum Gipfel und entsprechend Kondition.

Das Wendelstein Freibad in Bayerischzell

Ob Kneippbad, Wasserpumpe, Gumpen oder Bach – auf dem Wendelsteinmännlein-weg gibt es jedenfalls ausreichend Abkühlung am Wegesrand, und auch eine Einkehrmöglichkeit, um den Durst zu löschen. Und das Beste kommt zum Schluss: Am Ende des Weges steht der durchschwitzte Wanderer direkt vor dem Bayrischzeller Freibad. Und das lohnt sich! An einem schönen heißen Sommertag kann man hier tatsächlich noch in Ruhe seine Bahnen schwimmen. Ein menschenleeres Becken mit Blick auf die Berge rundherum – das ist echt ein Traum!

Karte: Bayerischzell

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Karte: Bayerischzell


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