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Auf den Heimatsberg über der Glonn Wandern im Grünen rund um Bad Aibling

Letztes Jahr Anfang Februar ist Bayern im Schnee versunken, auch Bad Aibling. Alles war weiß, und wer übers Feld zum nächsten Dorf wollte, der hat am besten die Langlaufskier angeschnallt oder sich Schneeschuhe angezogen. Dieses Jahr ist alles anders: Rund um Bad Aibling gibt es frisch aufgeworfene Maulwurfshügel, die Wege sind schneefrei und statt mit Langlaufskiern ist man mitten im Winter besser mit dem Rad unterwegs. Aber auch für Wanderer gibt es rund um Bad Aibling ein gut beschildertes Wegenetz, und man kann zu Fuß sogar einen Mini-Berg in Bad Aibling besteigen: den Heimatsberg.

Von: Barbara Weiß

Stand: 01.02.2020

Wandern im Grünen rund um Bad Aibling | Bild: BR; Barbara Weiß

Mitten in Bad Aibling – nicht weit vom Bahnhof - mündet die Glonn in die Mangfall. Es nicht die Glonn, die in die Amper mündet, sondern eine andere Glonn, schließlich gibt es in Bayern zwei Flüsse namens Glonns.

Alpenpanorama

Das ist die erste Überraschung an diesem strahlend sonnigen und milden Januartag, der es erlaubt ohne Mütze und Handschuhe unterwegs zu sein. Entlang der Mangfall-Glonn geht es erst einmal stadtauswärts. Hat man den Verkehr hinter sich gelassen, wird es ruhig am Fluss. Auch die Glonn selbst macht keinen Mucks. Blickt man zurück nach Bad Aibling, dann nimmt man schon bald nicht mehr die Häuser des Kurorts war, sondern nur noch die majestätische Alpenkette hinter der Stadtkulisse. Wendelstein, Kampenwand und Kaiser glitzern im gleißenden Gegenlicht. Denn dort oben liegt etwas, das man hier vergebens sucht: Schnee!

Misthaufen stinken bei warmen Wetter wie im Sommer

Hier aber wandert man zwischen Maulwurfshügeln. Die Vögel zwitschern, im Wald raschelt das Laub – eine Kombination aus Herbstgeräuschen und Frühlingsgefühlen. Alles durcheinandergemischt. Ob dieses Jahr überhaupt noch Schnee kommt? Ob man den dann überhaupt noch will? Gefühlschaos bei 15 Grad Ende Januar.

Pause nicht weit von der Glonn

Die Sonne, das Bergpanorama und die Einsamkeit lassen sich auch ohne weißen Glitzerzauber genießen, vor allem, wenn man sich langsam der Einkehr nähert. Laut Karte sind es nur noch drei Kilometer bis Ellmosen, wo es einen ganz gemütlichen bayerischen Gasthof geben soll. Davor aber folgt noch der Anstieg über knapp 50 Höhenmeter auf den Heimatsberg. Die kleine Erhebung zwischen Glonn und Mangfall im Alpenvorland ist in keiner Wanderkarte verzeichnet. Punkt 12 Uhr vermischen sich hier oben am Heimatsberg die Glocken von drei verschiedenen Kirchtürmen, da sozusagen hinter jeder Kurve ein Kirchturm steht. Auch der Kirchturm von Ellmosen stimmt in das Geläute ein, das man auf dem Heimatsberg hören kann – ein untrügliches Zeichen, dass es nicht mehr weit sein kann bis zur Wirtschaft. Am Ziel aber gibt es dann eine böse Überraschung, denn der Gasthof Kriechbaumer ist schon lange geschlossen – eine Folge des Wirtshaussterbens.

Weitere zweieinhalb Kilometer muss man mit leerem Magen jetzt noch schaffen, bis dann doch noch ein Cafè am Weg liegt. Nun weiß man Bescheid für das nächste Mal - dann vielleicht wieder mit Langlaufskiern, je nach Wetterlage, ganz unabhängig von der Jahreszeit.

Karte: Heimatsberg

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Heimatsberg


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