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Bühnenweihspiele mit Badewanne im Karwendel Wandern auf den Spuren des Märchenkönigs

Dass sich König Ludwig II. Träume erfüllt hat, indem er Schlösser baute, das wissen viele. Schloss Neuschwanstein, Linderhof oder Herrenchiemsee sind bis heute Besuchermagneten für Gäste aus aller Welt. Andere Orte, die Ludwig am Herzen lagen, sind versteckt, oft nicht leicht zu erreichen und manchmal auch vom Zahn der Zeit oder von übereifrigen Waldarbeitern zerstört worden, so auch einige Berghütten, in denen sich der Märchenkönig mehrere Wochen im Jahr aufgehalten hat.

Von: Andreas Pehl

Stand: 28.11.2020

Bühnenweihspiele mit Badewanne im Karwendel | Bild: BR; Andreas Pehl

Ein zentraler Ort war für König Ludwig II. Vorderriss. Dort konnte er die Pferde wechseln und übernachten. Außerdem waren vier seiner Lieblingshütten in der Nähe: die Atlacher Hochkopfhütte, vermutlich auch die Maxruh, die Soiernhäuser und die Hütte auf dem Gramersberg. Bei Ludwig Thoma ist nachzulesen, wie der damals als Kind die Besuche des Königs in Vorderriss erlebte.

„In den Bergen wohnt die Freiheit“

Die Journalistin und Autorin Sandra Freudenberg ist auf ihren Touren immer wieder Menschen begegnet, vor allem Förstern, Almbauern und Sennern, die ihr Geschichten vom Märchenkönig in den Bergen erzählt haben. Diese hat sie gesammelt, dazu in den Archiven recherchiert und sich die Hütten erwandert, auf denen der König zu Gast war.

Ludwig war nicht zu Fuß unterwegs, wie die Autorin des Buches

Entstanden ist so ein recht persönliches Buch mit einem speziellen Blickwinkel auf den Märchenkönig. „In den Bergen wohnt die Freiheit“ heißt es, zusammen mit dem Fotografen Stefan Rosenboom hat Sandra Freudenberg aktuelle Fotos, historische Bilder und Zeichnungen, Geschichte und Geschichten rund um die Touren zusammengestellt. Dabei hat sie versucht, dem nachzuspüren, was Ludwig in den Bergen gesucht hat – nämlich nicht die Einfachheit, nicht die Natur als Rückzugsort. Davon zeugen nicht nur die Badewanne, die er für sich auf den Gramersberg tragen ließ, der orientalische Salon auf dem Schachen und die Fundamente eines kleinen Schwimmbeckens vor dem Königshaus in Vorderriss, sondern auch die Berichte über die üppigen Menüs, die ihm auf den Hütten serviert werden mussten, inklusive Sorbets, Mocca und Rheinwein. Die alpine Landschaft war für den Märchenkönig Kulisse, Bühnenraum und Inszenierung. Er war fasziniert von großen Landschaftsbildern wie beispielsweise im Karwendel.

Der kleine Pfad führt in Richtung der Luitpolderalm

Unterwegs auf dem Jachener Kirchensteig, der von der Jachenau über die Luitpolderalm nach Vorderriss führt, kann man dieser Faszination nachspüren. Oberhalb der Vorderrisser Kapelle, in der Ludwig gebetet hat, steht eine Holzbank, das sogenannte Kanapee. Wie von einer Theaterloge aus folgt hier der Blick dem leider durch das Walchenseekraftwerk ausgetrockneten Bachbett des Rissbachs hinein ins Karwendel. Auch Richard Wagner hätte da wohl seine Freude gehabt, auch wenn er kein Bergfex wie der König war.

Hintergrundinformationen, Tourenbeschreibungen und viele Bilder sind in dem Buch „In den Bergen lebt die Freiheit – Wandern auf den Spuren von König Ludwig II.“ von Sandra Freudenberg und Stefan Rosenboom zu finden, das zu Preis von 30 Euro im Knesebeck-Verlag erschienen ist (ISBN 978-3-95728-429-7).

Karte: Atlacher Hochkopfhütte

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Karte: Atlacher Hochkopfhütte


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