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Der Iller-Durchbruch bei Altusried Wander-Tour mit Tiefblicken

Nördlich von Altusried findet sich beim Weiler Kalden der Illerdurchbruch - malerisch und beeindruckend zugleich. Mit unglaublicher Kraft hat sich hier das Wasser der Iller einen Weg durch die Gesteinsmassen gebahnt und einen 60 Meter hohen Canyon geschaffen.

Von: Chris Baumann

Stand: 10.10.2019

Iller-Durchbruch: Blick auf den Iller-Durchbruch mit frischer Morgenluft | Bild: BR/Chris Baumann

Diesen besonderen Ort haben schon die Menschen im Mittelalter gekannt und genutzt. Hoch über der Iller thronte an dieser Stelle einst das Schloss Kalden, von dem heute nur noch eine kleine Turmruine zu sehen ist. 

Sigfried Winkler, Vorsitzender der Naturschutzgruppe Altusried-Wiggensbach vor dem Turm der Burgruine Kalden

Ausgangspunkt für die Rundwanderung ist der Parkplatz bei der Burgruine Kalden. Der Weg führt erstmal zum geschichtsträchtigen Turm der Burg. Siegfried Winkler, Vorstand der Naturschutzgruppe Altusried-Wiggensbach erzählt, dass die Burg nicht immer hier stand, sondern ursprünglich weiter nördlich. „Die Iller hat den Untergrund umspült und so ist die Ruine in die Iller hinunter geplumpst und dann haben die Pappenheimer hier wieder neu aufgebaut. Das ist das Wahrzeichen von Altusried im Wappen“.

1977 hat Siegfried Winkler zusammen mit den anderen Mitgliedern der Naturschutzgruppe in ehrenamtlicher Arbeit die Reste der Ruine wie den Turm wiederaufgebaut, „damit unsere Kinder und Enkel mal sehen, was hier in Kalden für eine Ruine gestanden hat und die die Kinder ja nur noch von unserem Wappen kennen“.

Aus Gletschereis entstanden

Der Blick 60 Meter in die Tiefe auf die Iller ist beeindruckend. Wo heute der Durchbruch ist, war noch bis vor etwa 10.000 Jahren der Iller-Gletscher. In Altusried zum Beispiel hatte er eine Eisdicke von 100 Metern. Aus dem geschmolzenen Eis hat sich im Lauf der Zeit ein riesiger See gebildet. Dieser See ist dann irgendwann mal ausgelaufen, vermutet Siegfried Winkler, und so kam es hier zum Iller-Durchbruch.

Ein Paradies für Vögel

Wilde Natur an der Iller

Über zahlreiche Treppen gelangt man auf einem malerischen Weg hinunter zur Iller. Ganz nah geht es an der Halbinsel Briels vorbei, auf der 200 verschiedene Vogelarten gezählt wurden, wie zum Beispiel Entenvögel, Graugänse und Kormorane. Auch Schwäne brüten hier im Talkessel. Durch das Hochwasser in diesem Sommer wurde die ganze Brut von sechs Schwanenpaaren weggeschwemmt, berichtet Siegfried Winkler. Der Rotmilan ist hier am Durchbruch eher eine Seltenheit, aber man kann ihn ab und zu sehen. Im Winter kann man hier sogar auch mal Seeadler und Kraniche beobachten. 

Der Illerdurchbruch ist nicht nur ein Vogelparadies. Auch jede Menge unterschiedlichster Pflanzen wachsen hier. Weiden, Buchen und im Sommer Blumen wie Frauenschuh oder die Lilienart Türkenbund und und und… unzählbar viele - unbeschreiblich schön.

Ein Hauch von Abenteuer

Die Hängebrücke ... früher war hier eine Fähre

Die Rundwanderung am Iller-Durchbruch führt jetzt nochmals hinunter zum Fluss und zur Hängebrücke an der Halbinsel Pfosen. Wo bis 2001 noch eine Fähre die Gemeinden Dietmannsried und Altusried verband, kann man heute als Wanderer die Hängebrücke zum Überqueren der Iller nutzen. Auf der freischwebenden, blaulackierten Konstruktion mit einer Spannweite von 84,5 Metern erlebt man einen Hauch von Abenteuer.

Wer unter der Woche geht, wird auf dem Weg am Iller-Durchbruch zudem sehr einsam sein. Einen Blick auf die Berge hat man im Weiler Maierhof.

Wandertipp:

Ab Ortsmitte Altusried – Burgruine Kalden – Illerdurchbruch – Iller-Hängebrücke und zurück (Dauer ca. 2,5 Stunden)

Karte: Illerdurchbruch bei Altusried

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Illerdurchbruch bei Altusried


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