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Der Vogellehrpfad bei Pflach im Außerfern Karmingimpel und Gelbspötter am Hüttenmühlsee

Raus in die Natur, das Panorama genießen, aber auch ein bisschen biologisches Wissen mitnehmen - das geht ideal in Pflach im Talkessel von Reutte im Außerfern mit einer Wanderung auf dem Vogellehrpfad an den eindrucksvollen Umlagerungsstrecken des Tiroler Lechs plus Umrundung des traumhaft gelegenen Hüttenmühlsees.

Von: Chris Baumann

Stand: 05.06.2021

Vogellehrpfad bei Pflach: Blick vom Vogelbeobachtungsturm Richtung Süden mit Lechtal (rechts), Thaneller (mitte) und davor Reutte | Bild: BR/Chris Baumann

Startpunkt der knapp sieben Kilometer langen Wanderung ist am Innovationszentrum in Pflach. Der Aufstieg auf den 18 Meter hohen Vogelbeobachtungsturm wird gleich mit einem Rundumblick auf die Kiesbänke des Lechs, auf die Seerosen im Hüttenmühlsee und auf die Berge im Reuttener Talkessel belohnt: Thaneller, Thauern und Hahnenkamm flankieren den Blick. Vom Vogelbeobachtungsturm aus kann man bei trockenem Wetter bis an den Lech gehen, wo ein schmaler, teilweise rutschiger Uferpfad nach Norden führt und dann auf den Vogellehrpfad trifft.

Noch sind sie "hässliche Entlein", aber bald werden sie schöne weiße Schwäne sein

Zwischen Strauchwerk und Tümpeln lässt sich vielleicht der Karmingimpel blicken. Sein Markenzeichen ist der auffällige rote Kopf. Auch Teichrohrsänger, Teichralle und Gelbspötter fühlen sich hier wohl. Die Vögel sind auch auf den vier Schautafeln zu sehen, vor allem aber in freier Natur zu hören, ebenso die Mönchsgrasmücke oder der Eisvogel. Der Naturbuch-Autor Alfred Pohler kennt sie alle und weiß, wo man welche gefiederten Freund am besten findet.

An der Hüttenmühlkapelle gibt's gleich zwei Sonnenuhren

Vom Lech führt der Weg weiter durch den Ortsteil Hüttenbichl und an der Hüttenmühlkapelle vorbei. Die 1515 erbaute Kapelle ist der Heiligen Afra und dem Heiligen Ulrich geweiht und lohnt einen kurzen Abstecher. Über dem Eingang zum Chor sind zwei Sonnenuhren aufgemalt. Ohne privates Engagement wäre das hübsche kleine Gotteshaus längst verfallen. Weiter geht es zum Hüttenmühlsee. Im kristallklaren Wasser fühlt sich nicht nur der Graureiher wohl. sondern auch der Höckerschwan. Er teilt seinen Lebensraum mit Haubentauchern, Stockenten, Tafelenten und schwarzen Blesshühnern.

Einkehr im „Cafe Restaurant eine kleine Auszeit“ in Pflach bei Pächterin Susanne Eberle (links) mit Tochter Franziska

Über dem Hüttenmühlsee thront im Nordosten der Säuling. Am Archbach entlang und durch die gleichnamige Siedlung führt der Weg bis zur Straßenbrücke und dann zurück nach Pflach durch den Wald. Hier hat Alfred Pohler, auch bekannt für seine Blumenbücher, einige Alpenblumen aus dem Tiroler Lechtal in den Reuttener Talkessel geholt, zunächst im Garten in entsprechender Erde aufgezogen und dann mit dem Schubkarren zum Lech gekarrt und eingepflanzt: Edelweiß, Platinigel, Färberkamille und vieles mehr. Dieser versteckte naturbelassene Bereich zwischen Lech und Hüttenmühlsee ist ein botanisches wie topographisches Kleinod. Leider werden immer wieder Blumen ausgegraben – trotz Verbot! Zurück am Vogelbeobachtungsturm gibt es mit Blick auf den Hahnenkamm dann noch eine kleine Brotzeit in der „Kleinen Auszeit“, weithin bekannt für das Wiener Schnitzel.

Karte: Pflach

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Karte: Pflach


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