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Neue Landschaftsziele und Übernachtungsplätze Waldtrekking im Spessart

Wanderungen und die Entdeckung der Natur vor der Haustür werden immer beliebter. Der größte zusammenhängende Laubmischwald Deutschlands, der Spessart, ist für solche Unternehmungen ideal.

Von: Georg Bayerle

Stand: 13.04.2019

Neue Landschaftsziele und Übernachtungsplätze  | Bild: BR; Georg Bayerle

Seit dem vergangenen Jahr haben die Spessartfreunde, der Naturpark Spessart und die Bayerischen Staatsforsten das Wanderwegenetz überarbeitet und neue Möglichkeiten dafür geschaffen, wie zum Beispiel Übernachtungsplätze für mehrtägige Trekkingtouren.

Strukturen im Totholz

Noch ist der Wald kahl und wie im Dämmerschlaf, dafür folgt der Blick umso genauer den Strukturen von altem Holz, Baumrinde oder Baumpilzen. Das ist genau die richtige Umgebung für den Schneewittchen-Weg bei Lohr am Main, also für den Ort, der die berühmte Märchenfigur für sich beansprucht. Dichtung oder Wahrheit – um die Magie des Waldes weiß auch Joachim Keßler, der Leiter des Forstbetriebs im benachbarten Heigenbrücken. Besondere Plätze im Wald und auch einzelne Bäume will der Forstbetrieb in diesem Sommer eigens kennzeichnen auf den Wanderwegen, und zu den beiden bereits existierenden Übernachtungsplätzen bei Rothenbuch soll im Frühsommer der nächste dazukommen. Somit können nun mehrtägige Wanderungen mit Übernachtungen im Wald geplant werden.

Märchenhafte Wege

Das neue Waldtrekking ergänzt Klassiker wie den historischen Eselsweg, der bei Gerhard Samer im Wirtshaus Hochspessart in Heigenbrücken vorbeiführt. Gerhard Samer ist mit seiner Frau vor 25 Jahren aus dem hessischen Odenwald hierher gezogen und hat als erstes den besonderen Stolz der Bewohner bemerkt. In einer Vitrine bewahrt der Gastwirt eine Sammlung von historischen Führern und Karten auf, mit denen er sich ursprünglich eingelesen hat in die neue Heimat. Ein 100 Jahre altes Buch beschreibt die Eigenart der damaligen Bewohner und die harten Zeiten körperlicher Schwerarbeit. Das ist heute Geschichte, und so kann es sich der hungrige Wanderer im Restaurant, das zu Slow Food gehört, gutgehen lassen. Die regionale Küche aus dem Spessart passt zur Landschaft und zur Jahreszeit. Die winterliche Waldarbeit ist vorüber, die neue Vegetationsperiode hat noch nicht richtig begonnen. Für den Förster Joachim Keßler ist das noch einmal ein spezieller Moment. Wer regelmäßig in den Wäldern unterwegs ist, spürt jede Etappe des Jahres mit ihren besonderen Erscheinungsweisen.

Karte: Der dicke Rohn

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Der dicke Rohn


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