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Eine etwas andere Wanderung auf den Nürnberger Hausberg To-go-Einkehr auf dem Moritzberg

Wissen Sie, wo die Walhalla steht? In Donaustauf natürlich! Aber wissen Sie auch, wo König Ludwig I. sie zuerst errichten lassen wollte? Mitten im Nürnberger Land, genauer gesagt auf dem Moritzberg. Daraus wurde zwar nichts, auch nicht aus einem weiteren geplanten Nationaldenkmal, dafür aber eroberte der Moritzberg unaufhaltsam die Herzen der Nürnberger.

Von: Ulrike Nikola

Stand: 13.02.2021

Eine etwas andere Wanderung auf den Nürnberger Hausberg  | Bild: BR; Ulrike Nikola

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und dem Siegeszug der Eisenbahn fuhren die Städter am Wochenende hinaus in die Fränkische Alb - und das ist bis heute so geblieben. Auch jetzt im Lockdown zieht es die Nürnberger auf den Moritzberg, zumal es am Gipfel sogar ein wenig „Berghütten-Feeling to go“ gibt.

Moritzberghütte

Für viele Nürnberger ist der Moritzberg ihr Hausberg, denn er ist schnell von der Großstadt aus zu erreichen und liegt trotzdem mitten in der Natur. Wanderer können ein paar Höhenmeter sammeln, da der 603 Meter hohe Moritzberg vor allem im oberen Drittel recht steil aufragt. Von allen Seiten führen Wanderwege hinauf: von Reuth oder Haimendorf, Rockenbrunn oder Diepersdorf. Besonders beliebt ist der alte, nicht allzu steile Bierweg, auf dem einst die Brauer mit den Pferden und Fässern hinaufgefahren sind. Inzwischen wird das Bier für den Berggasthof am Gipfel nicht mehr mit dem Pferdefuhrwerk geliefert. Auch wenn derzeit die Stuben in der Moritzberghütte Corona bedingt geschlossen sind, so können hungrige Wanderer am Fenster des schmucken Fachwerkhauses trotzdem ihre Bestellungen aufgeben.

Absperrung für den To Go-Betrieb

Essen und Trinken to go statt Einkehr - das funktioniert dank Absperrband und Einweg-Laufrichtung, Abstandsregel und Maskenpflicht. Ein Piepser schrillt, wenn das bestellte Essen fertig ist und verpackt zum MItnehmen bereitliegt. Der Kaiserschmarrn kommt aus der Pfanne, nicht aus der Mikrowelle, es gibt Currywurst mit einer Fränkischen, der Moritzburger ist ein Bratwurstbrötchen mit Kraut, Speck und Barbecue-Topping, die Kuchen werden täglich frisch gebacken. Darauf legen die Wirtsleute Markus Böttcher und Sabrina Mesch viel Wert. Das Angebot an kalten und warmen Speisen kommt gut an, denn für die meisten Gäste gehören Wandern und Einkehr zusammen. Die To-go-Variante an drei Tagen von Freitag bis Sonntag ist natürlich nur eine Notlösung, doch die Wirtsleute kommen rotz der Ausfälle klar. Das Wirtschaftliche ist das eine, das soziale Miteinander das andere. Speisen und Getränke zum Mitnehmen ersetzen nicht die gemütliche Einkehr. Es bleibt die Sehnsucht nach ein wenig Normalität – seitens der Gäste und seitens der Wirte. Stammgäste schauen auf ein kurzes Hallo am Fenster vorbei und sagen mit Maske und Abstand mal kurz Servus.

Schmale Pfade zum Gipfel

Wer es auf den Moritzberg geschafft hat, der blickt auf das harmonische Ensemble von Sankt Mauritius-Kapelle, Aussichtsturm und Moritzberghütte. Als bereits im vergangenen Jahr die Kontakte beschränkt wurden, durfte auch das Berggasthaus nicht mehr voll besetzt werden. Um mehr Platz zu schaffen, hatten die Wirtsleute deshalb draußen zwei Gewächshäuser mit langem Tisch und zwei Bänken für maximal 10 Personen aufgestellt. Es wäre perfekt gewesen, um die Auflagen einzuhalten, doch zwei Tage musste zugesperrt werden. Doch vielleicht kommen die Gewächshäuser nun in diesem Jahr zum Einsatz - möglicherweise kann sich dann dort eine Familie oder ein Hausstand niederlassen, während drinnen wieder mit Abstand gegessen werden darf. Schließlich ist der Moritzberg für die Nürnberger zu allen Jahres- und Krisenzeiten ein Sehnsuchtsort.

Karte: Moritzberg

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Moritzberg


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