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Wo zu den Karpfen im Aischgrund das Klappern kommt Der Storchenlehrpfad in Franken

Der Aischgrund in Mittelfranken ist bekannt für mehrere Tausend Karpfenteiche und den schmackhaften Aischgründer Karpfen. Zwischen den Bächen, Teichen und naturbelassenen Wiesen fühlen sich auch viele Wildvögel wohl, allen voran der Weißstorch. Der Markt Uehlfeld ist in ganz Bayern sogar der Ort mit den meisten Störchen.

Von: Ulrike Nikola

Stand: 13.05.2021

Wo zu den Karpfen im Aischgrund das Klappern kommt | Bild: BR; Ulrike Nikola

Heuer brüten dort fast vierzig Storchenpaare. Wer mehr über die Tiere erfahren möchte, kann auf dem Storchen-Lehrpfad eine informative Wanderung mit der ganzen Familie unternehmen. Unterwegs trifft der Pfad auch auf den Karpfenrundweg und beide Themenwege geben interessante tierische Einblicke.

Beobachtungsstation am Storchenlehrpfad

Ein Holzsteg führt zur Vogelbeobachtungsstation, die auf Pfählen in einem großen Fischweiher steht. Von hier kann man die Vogelwelt des Aischgrunds ungestört betrachten: Störche, Schwäne, Reiher, Blesshühner und Enten. In dem einzigartigen Landschaftsschutzgebiet der Aisch-Auen gibt es über 7000 Karpfenweiher. Diese gleichförmige Teichlandschaft hat einen ganz besonderen Reiz: Die Wasserflächen reihen sich oft terrassenförmig aneinander und die Wanderung auf dem Storchenlehrpfad führt mitten hindurch. Der knapp acht Kilometer lange Rundweg ist ein schöner und auch kinderwagentauglicher Familienwanderweg.

Hinweistafeln an der Aisch

Acht Schautafeln entlang des Themenwegs verraten Wissenswertes über Nestbau und Brutpflege, den Vogelflug sowie die Ernährung des Storches. Meister Adebar lebt nicht vom Frosch allein, der jedoch eine willkommene Delikatesse ist. Zwischen den vielen Weihern und Wiesen im Aischgrund finden die Störche reichlich Nahrung, auch mal kleine Fische. Entsprechend wohl fühlen sie sich – so wohl, dass der Markt Uehlfeld mitten im Aischgrund das Storchendorf Nummer 1 in Bayern istn freut sich Oda Wieding vom Landesbund für Vogelschutz. Dass es Uehlfeld so viele Storchenpaare gibt, liegt daran, dass bereits vorhandene Kolonien eine gewisse Lockwirkung haben.

Storchenpaar

Junge, unerfahrene Storchenpaare, die das erste Mal brüten, schauen sich erst einmal die Umgebung genau an, ob der Ort zum Brüten taugt. Dann bauen sie entweder selber ein Nest oder besetzen ein leeres. Manchmal versuchen sie ein anderes Paar zu vertreiben und die Kämpfe sorgen für ordentlich Lärm. Das bereitet den Einheimischen nicht nur Freude, ebenso wenig die Hinterlassenschaften. Gern wird unterschätzt, wieviel Dreck ein Storch macht. Da sind dann die Hausdächer mehr weiß als rot, auf der Straße liegen Äste und die Dachrinnen sind mit dem Nist-Material verstopft. 

Störche im Aischgrund

Doch die vielen Störche sind ein gutes Zeichen für das ökologische Gleichgewicht. Der Markt Uehlfeld ist stolz auf die naturbelassenen Wiesen ringsherum. Nur wo es noch Flussauen und Feuchtwiesen gibt, haben Weißstörche und zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten eine Chance. Wenn die Flächen weniger intensiv bewirtschaftet werden, es dafür im Zuge von Förderprogrammen der Naturschutz- und Landschaftsschutz-Behörden aber extensive Mahd, stillgelegte Flächen und ausreichend Blühstreifen gibt, kommt das der Natur zugute. So kreisen im Aischgrund nicht nur die Störche über den Köpfen der Wanderer, auch die Schwingen der Schwäne sind weithin zu hören, dazu Wildgänse, Lachmöwen und Stockenten.

Drei Storchenester am Kirchturm

Noch ein Tipp: In der Ortsmitte von Uehlfeld gibt es einen Faltplan zum Mitnehmen. So findet man den ansonsten gut ausgeschilderten Storchenlehrpfad noch leichter. Mitten im Ort hat man zudem einen guten Ausblick auf drei große Storchennester am Kirchturm und auf mehreren Häuser daneben. Aber Vorsicht – nicht, dass einer der Störche was fallen lässt!

Karte: Markt Uehlfeld

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Karte: Markt Uehlfeld


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