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Schneeschuhwandern in den Nockbergen Zwischen Schneehuhn und Strohsack

Wer guten Schnee sucht, der wird zurzeit eher auf der Alpensüdseite fündig, von Slowenien bis Kärnten. Auch in den Nockbergen liegt ausreichend Schnee für den Wintersport, zum Beispiel fürs Schneeschuhwandern. Der frühere Nationalpark Nockberge, der inzwischen zum UNESCO Biosphärenreservat umgewandelt wurde, umfasst die vier Gemeinden Bad Kleinkirchheim, Krems in Kärnten, Radenthein und Ebene Reichenau. Sanfter Tourismus ist eine zentrale Säule.

Author: Gabriel Wirth

Published at: 19-1-2023

Nockberge: Schneeschuhwandern | Bild: BR/Gabriel Wirth

Die Kärntner Nockberge zählen zu den interessantesten und ältesten Mittelgebirgsformationen Europas und bilden in ihrer geomorphologischen Ausprägung einen einzigartigen Teil des gesamten Alpenraumes. Die sanft gerundeten Berge und Kuppen - „Nocken“ genannt - stehen im Gegensatz zu den schroffen Hochgebirgsformen der im Westen angrenzenden Hohen Tauern, der Niederen Tauern im Norden sowie der Karawanken und Karnischen Alpen im Süden. Eine noch sehr ursprüngliche Natur und uralte Bergbauernkultur prägen den Charakter des Biosphärenparks.

Blick ins Tal

Die „Nocken“ sind zum Schneeschuhwandern geradezu ideal. Mit Skilehrer Wolfgang Krainer geht es von der rund 2.000 Meter hoch gelegenen Bergstation Maibrunn zur Feldpann-Alm. Er rät uns, aufwärts mit kurzen Schritten zu gehen und die Stöcke dabei neben oder hinter dem Körper einzusetzen. Nach wenigen Schritten hat man die Technik raus. Und wenn nicht, fällt man in aller Regel weich in den Schnee. Auf dem pulvrigen Schnee läuft man dagegen wie auf Federn.

Ab und zu lassen sich die Spuren verschiedener Tieren sehen, wie zum Beispiel von Hasen oder Rotwild. In dem Gebiet sind auch noch Schneehuhn, Auerhahn und Luchs zu finden. Die Tiere selbst bekommen Schneeschuhwanderer aber kaum zu sehen, da sie sehr scheu sind. Dafür entschädigt die Aussicht auf einige der Nockberge, den sogenannten Strohsack oder den Wöllaner Nock.

Zur Stärkung gibt's heimische Spezialitäten

Geführte Touren haben Vorteile. So hat Wirt Klaus Kohlweiss extra für die Schneeschuh-Wandergruppe seine Hütte auf der Feldpann-Alm aufgesperrt und serviert Kärntner Spezialitäten wie zum Beispiel die sogenannte Frigga, ein kräftiges Mus, das er in einer großen Pfanne auf einem Feuer vor der Hütte zubereitet.

Gut gestärkt geht es dann weiter. Die Verantwortlichen des Biosphärenreservats bitten Wanderer, auf den markierten Wegen zu bleiben, da die Gegend sehr wildreich ist und die Tiere gerade im Winter in Ruhe gelassen werden sollten. Nach dem österreichischen Gesetz der Wegefreiheit im Bergland ist das Schneeschuhwandern oberhalb der Baumgrenze allerdings fast uneingeschränkt erlaubt. Es gibt nur Verbote bei Jungwäldern unter drei Metern Wuchshöhe und bei Wildfütterungen im Umkreis von 400 Metern. Bären soll es übrigens hier auch geben. Sie wachen gegen Ende März aus ihrem Winterschlaf auf, gelten aber ebenfalls als sehr scheu.


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