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Auf Ötzis Spuren unterwegs Schneeschuhtour im Südtiroler Schnalstal

Eine weiß verschneite Hochebene, die von hohen Gipfeln umrahmt ist. Ein Ort zum Innehalten und zum Genießen. Das ist das Lagauntal. Und wer das mit dem Genießen wörtlich nehmen möchte, der geht weiter zur Bergl-Alm und lässt sich mit Kaiserschmarrn oder Knödel verwöhnen.

Von: Manfred Wöll

Stand: 16.03.2019

Schneeschuhtour im Südtiroler Schnalstal | Bild: BR; Didi Weithaler

Im Westen Südtirols, keine halbe Stunde von Meran entfernt, liegt ein Tal, dessen Name sehr bekannt ist, in dem es aber dafür noch vergleichsweise beschaulich zugeht: Die Rede ist vom Schnalstal. Nordöstlich davon, in den Ötztaler Alpen, wurde Anfang der 1990er Jahre „Ötzi“ gefunden – die mumifizierte Gletscherleiche, die Weltruhm erlangte. Ebenfalls weltbekannt ist der Schafübertrieb. Jedes Jahr werden drei- bis viertausend Schafe vom Schnalstal über eine Ländergrenze und über Gletscherreste hinüber zu den Sommerweiden ins Ötztal getrieben. Dann gibt es am Ende des Schnalstals ein herrliches Skigebiet mit breiten Pisten und wenig Leuten, und schließlich wurde dieses schmucke Seitental auch Drehort für den Film „Das Finstere Tal“.

Wenn’s oben flacher wird, dann lichtet sich auch der Wald

Das Schnalstal ist freilich alles andere als finster. Freundlich sind die Bewohner dort und das gilt sogar für das Liftpersonal im Schnalstaler Skigebiet – was nach der Erfahrung des Autors beileibe keine Selbstverständlichkeit ist. Gerade für Wintersportler, die gern auf laute Hallligalli-Musik an Skiorten verzichten können, ist das Schnalstal ein gutes Ziel.

Auf dem Weg Nr. 5 geht’s nur gut 200 Höhenmeter hinauf

Noch ruhiger ist es natürlich abseits des Skigebietes. Ein gutes Ziel ist die Bergl-Alm. Zugegeben, es ist eine eher kleine Tour. Keine zwei Stunden ist man unterwegs, wenn man auf Höhe der Kofelhöfe - das ist schon fast am Ende des Schnalstals – den Weg Nummer 5 nimmt. Er führt zunächst etwas steiler, später flacher werdend, durch den Wald nach oben. Zwischendurch hat man schöne Blicke hinunter ins Tal und wer genau schaut, wird auf der gegenüberliegenden Hangseite einen alten Hof mit einer dunklen Schindelfassade entdecken. Es ist der Marchegg-Hof – seit 200 Jahren im Familienbesitz. Im Winter 2012/2013 wurde dort der mehrfach prämierte Film „Das finstere Tal“ gedreht. Ein Filmtitel, der glücklicherweise so überhaupt nicht zum Schnalstal passt.

Zurück zu unserer Schneeschuhtour. Von der Straße weg ist man nicht einmal eine Stunde unterwegs, dann lichtet sich der Wald und vor einem breitet sich eine herrliche einsame Hochebene aus: Das Lagauntal. „Ein altes, naturbelassenes Tal ohne Häuser oder Straßen“, erzählt uns Didi, der zusammen mit seiner Schwester Moni das Berghotel Tyrol leitet und der stets charmant und herzlich mit seinen Gästen umgeht. Er ist übrigens ein genauso guter Bergläufer wie Cocktailmixer!

Tritt man aus dem Wald, liegt das einsame Lagauntal vor einem

Vor uns erstreckt sich mit dem Lagauntal eine weiß verschneite Hochebene, die von hohen Gipfeln umrahmt ist. Ein Ort zum Schauen, zum Durchatmen, zum Innehalten. Nur rund 200 Höhenmeter waren es von der Straße aus und doch hat man hier das Gefühl der völligen Einsamkeit. Im leichten Bergauf-Bergab geht’s dann hinüber zur Bergl-Alm, wo man auf 2214 Metern einen hervorragenden Kaiserschmarrn oder äußerst schmackhafte Knödel genießen kann. Bewirtschaftet wird die Alm von Karo und Ehrenfried Weithaler. Früher konnte man hier nur im Sommer was essen, nach einem Umbau ist die idyllische Alm seit 2017/2018 auch im Winter geöffnet - mit Blick auf Weißkugel und Similaun, um nur die beiden prominentesten Namen der Gipfelpracht zu nennen.

Auf der anderen Seite des Schnalstals ist vor rund 5.300 Jahren jener Mann vor einem Feind auf den Berg geflüchtet, der heute als „Ötzi“, die Gletscherleiche, bekannt ist. Ötzi konnte damals noch nicht auf der Bergl-Alm einkehren. Da haben wir’s deutlich besser….

Informationen zur Bergl-Alm für Sommer und Winter unter www.bergl-alm.com

Karte: Die Bergl-Alm

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Karte: Die Bergl-Alm


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