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Vom Gunzesrieder Tal aufs Bleicherhorn Schneeschuhtour im Naturpark Nagelfluhkette

Im Winter durch fluffigen Schnee zu stapfen hat einen ganz besonderen Reiz. Auf der Ebene reichen feste, wasserdichte Wanderschuhe, will man aber auf den Berg, dann sind Schneeschuhe eine große Hilfe. Mit wenig Mühe kann man größere Strecken und Höhenmeter zurücklegen und voller Genuss den Pulverschnee um seine Füße herum wegstauben lassen.

Von: Viktoria Wagensommer

Stand: 22.02.2019

Vom Gunzesrieder Tal aufs Bleicherhorn | Bild: BR; Viktoria Wagensommer

Ein beliebtes Gebiet für Schneeschuhwanderungen ist der Naturpark Nagelfluhkette. Weil hier auch streng geschützte Rauhfußhühner leben, sind umweltfreundliche Routen ausgeschildert, und wer mit einem Naturparkranger unterwegs ist, erfährt viel Wissenswertes.

Naturparkranger Max Löther schaut auf seine Füße, denn jeder Schritt löst ein funkelndes Schneekristall-Rieseln aus. Von der Gunzesrieder Säge geht es durch den Ostertaltobel und das Birkachmoor in Richtung Bleicherhorn und dabei auch durch den Lebensraum der Rauhfußhühner. Typisch für den Einstand der Tiere ist das Grünerlen-Gebüsch, wo sie sich Schneehöhlen graben und in der Morgen- und Abenddämmerung auf Nahrungssuche gehen.

In den Dämmerungsstunden sollte man deshalb besondere Rücksicht auf die Tiere nehmen, sagt Max Löther. Werden die Rauhfußhühner zur Flucht getrieben, verlieren sie dabei so viel Energie, dass es für sie tödlich sein kann. In Flyern, die an den Zustiegen zu den gängigen Wintertouren ausliegen, kann man sehen, welche Gebiete zu welchen Zeiten nicht betreten werden sollten. Auch Wildgatter für Rehe und Hirsche sind in diese Karten eingezeichnet. Die sollte man strengstens meiden, sagt Jagdaufseher Franz Herz aus Bolsterlang, denn wer mutwillig diese Zonen betritt, kann dafür mit bis zu 5000 Euro Bußgeld bestraft werden.

Jagdaufseher wie Naturparkranger aber versuchen die Wintersportler nicht durch Zwang und Strafen zu lenken. Sie wollen den Leuten vielmehr bewusst machen, was ein einzelner für die Tiere anrichten kann. Manchmal kann ein einziger Fehler einen richtigen Schneeballeffekt nach sich ziehen. Ist schon mal eine Spur angelegt, zieht das viele weitere Tourengeher oder Schneeschuhwanderer aus Versehen oder Neugier nach. Auf dem Weg zum 1669 Meter hohen Bleicherhorn haben sich glücklicherweise die meisten an die Regeln gehalten. Oben auf dem Gipfel hat man einen wunderbaren Blick hinab nach Balderschwang und auf die Nagelfluhkette.

Karte: Das Bleicherhorn

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Karte: Das Bleicherhorn


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