15

Trapperfeeling im Brandnertal im Rätikon Auf Schneeschuhen zu Steinkreisen, Schiller und Schlittenhunden

Das Stapfen durch tiefen Schnee, das gleichmäßige „ein Schritt nach dem anderen setzen“ verleiht dem Schneeschuhwandern seinen ganz besonderen Reiz, so auch im Brandnertal in Vorarlberg auf dem Hochplateau Tschengla auf 1200 Meter Höhe mitten im Rätikon.

Von: Annette Eckl

Stand: 17.01.2020

Auf Schneeschuhen zu Steinkreisen, Schiller und Schlittenhunden | Bild: BR; Annette Eckl

Die markierte Schneeschuhtour beginnt am Parkplatz Bürserberg und führt hinauf bis zur Furkla Alpe auf rund 1600 Metern. Dazwischen kann man Energie bei magischen Steinkreisen auftanken, Schiller begegnen und eine nette Bekanntschaft mit dem Husky-Toni schließen.

Schneeschuh-Traum bei Neuschnee

Wenige Minuten vom Wander-Parkplatz Bürserberg entfernt, kreuzen nur noch ein paar Langläufer und Tourenskigeher den Weg. Wer die Einsamkeit vor perfekter hochalpiner Winterkulisse liebt, der ist hier richtig. Wanderführer Fredy Glauninger beschreibt das sehr passend als „Wellnesshotel ohne Eintritt“. Er ist im Winter fast täglich mit seinen Schneeschuhen unterwegs und das Hochplateau Tschengla seine zweite Heimat: „Für mich ist das Spezielle an dieser Ecke, dass wir hier absolute Ruhe haben. Und dann diese Landschaft, mit den Blick zum Großen Walsertal hinüber, dann zum Klostertal, Berge wie den Zimba, den Schillerkopf oder die Mondspitze im Hintergrund,“ schwärmt er.

Schillerkopf... mit ein bisschen Phantasie

Aus der Menge der Zweitausender sticht vor allem der Schillerkopf heraus. Der markante Berg erinnert wirklich an den großen Dichter, und dazu braucht man nicht einmal allzu viel Phantasie. Wenn man sich den Berg ansieht und um 90 Grad in der Vorstellung dreht, erkennt man sofort das berühmte Profil des Dichters mit der markanten Nase – auch wenn weder Schiller noch Goethe einst diese Gegend erkundet haben. Wer also etwas Fantasie und auch etwas für unsichtbare Energiefelder übrig hat, der ist auf dem Tschengla-Hochplateau gut aufgehoben. Nach 20 Minuten öffnet sich der Blick hin zu den magischen Steinkreisen. Es handelt sich um viele, teils meterhohe Steine, symmetrisch angeordnet und jetzt im Winter mit hübschen Schneehäubchen verziert. Viele Mythen ranken sich um diese Steinkreise, die vor rund 5000 Jahren angelegt wurden und damals unter anderem als Zeitmesser und zur Orientierung dienten – ein Kult- und Kraftplatz, da ist sich Fredy sicher und betont, dass sich die Kraftströmungen durch Pendeln feststellen lassen.

Rucksackradio-Reporterin Annette Eckl im Interview mit Wanderführer Fredy Glauninger

Wer spürt hier etwas? Der bayerische Schneeschuhwanderer, der uns hier begegnet kann damit nur wenig anfangen, lässt sich dann aber doch ein bisschen darauf ein und vergleicht das Ganze mit Stonehenge. Für Sarah aus Bludenz gehören diese Steinkreise schon seit ihrer Kindheit einfach dazu. Sie glaubt, dass es einen Grund haben muss, warum diese Steine von den Menschen genau an diesem Platz aufgestellt wurden: „Meine Oma ist da ein bisschen sensibel und sie sagt, ihr gibt dieser Platz ganz viel Energie zurück, wenn sie da herumläuft, sich auf einen Stein setzt und in sich hineinspürt.“ Der Schnee verstärkt zudem die Vorstellung, dass uns hier besonders viel Energie umgibt.

Die Huskys freuen sich

Wir stapfen weiter 400 Höhenmeter hinauf zur Furkla-Alpe. Hinab geht es dann ein bisschen schneller, aber nicht unbedingt leichter. Gerade das Hinabspringen durch den unverspurten Schnee geht ganz schön in die Oberschenkel und Waden und raubt Kondition. Der Abstieg führt in Richtung Rone-Alpe. Wanderführer Fredy ist es wichtig, dass sich alle an die Markierungen halten und die Grenzen respektieren, denn die Wildtiere stehen jetzt im Winter unter Stress und haben es sowieso schon schwer genug auch an das nötige Futter zu kommen. Jede Störung und Flucht kostet unnötig Kraft.

Alleine eine Runde drehen....

Am Ende der Tour kommen wir direkt beim Husky-Toni mit seinen vielen Schlittenhunden vorbei. Er hat eine alte Mühle zu einem gemütlichen Husky-Stützpunkt umgebaut, hier starten die Gäste ihre Fahrten mit dem Hundeschlitten. Diese Vierbeiner sind auch perfekte Begleiter beim Schneeschuhwandern und sehr sensibel, gerade auch Kindern gegenüber. Sie spüren, ob Menschen traurig sind, ob sie gesund sind oder krank und verhalten sich dementsprechend vorsichtig. Und so eröffnet uns der Besuch beim Husky-Toni ganz neue Einblicke im Rahmen der Schneeschuhwanderung.

Karte: Die Furkla Alpe

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Die Furkla Alpe


15