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Humboldt-Remineszenz Das Bergdorf Villaflor

Villaflor heißt so viel wie „Ich sehe die Blumen“. So poetisch lautet der Name von Spaniens höchstgelegenem Bergdorf, das zugleich eine eigenständige Kommune ist. Villaflor liegt im Süden der Kanaren-Insel Teneriffa auf 1400 Meter Höhe an den Abhängen des Teide und ist eine Station auf dem legendären Camino de Chasna.

Stand: 27.12.2019

Villaflor auf Teneriffa | Bild: BR; Andrea Zinnecker

Der Wanderweg führt auf den Spuren des Naturforschers Alexander von Humboldt quer über Teneriffa und eben auch durch das Bergdorf.

Bergführer Lothar Schmid

Villaflor zu Füßen, das heißt rund 1400 Höhenmeter tiefer im Atlantik, befindet sich der berühmte Felsen von El Medano, den auch Alexander von Humboldt besucht hat. Der Weg von Villaflor hinab zum Meer ist die letzte Etappe auf dem Camino de Chasna und zugleich ein historischer Hirtenpfad, erzählt Bergführer Lothar Schmid. Auch Hermano Pedro, der erste Kanario, der 2002 heiliggesprochen wurde, war hier im 17. Jahrhundert schon mit seinen Ziegen unterwegs.

Der Guajara

Knapp 1400 Meter über Villaflor thront am Rand der Teide-Caldera der 2718 Meter hohe Guajara, der höchste Gipfel am Kraterrand. Von hier führt der Camino de Chasna hinab nach Villaflor und dabei auch durch die „Paisajo lunar“, eine bizarre Mondlandschaft und die reinste Landschaftsmalerei in Schwarzweiß. Die schwarze Mondlandschaft besteht aus einem Schlackefeld, das sich bei jüngeren Vulkanausbrüchen gebildet hat, die weiße Mondlandschaft dagegen aus Tuffsteinformationen am Rand einer Schlucht. Eine Welt für sich sind auch die Kiefernwälder, die bis Villaflor hinabreichen. Dank ihrer dicken Rinde trotzt die Kanaren-Kiefer jedem Waldbrand, der hier auf der staubtrockenen Südseite Teneriffas schnell auflodern kann. Zistrosen und gelb blühender Ginster gedeihen auch im Kiefernwald.

Zitronen in Villaflor

Quietschgelb wie der Ginster sind auch die vielen Zitronen, die im Bergdorf Villaflor gedeihen. Ganz im Gegensatz zu den Kanarienvögeln. Knallgelb sind nur die gezüchteten Piepmätze, der originale Kanarienvogel ist mausgraubraun, unscheinbar und ähnelt einem Spatz. Nur sein Gesang ist unverwechselbar!

Im Weingut Vineros Angola

Kanarienvogel, Kanaren-Kiefer und Kanaren-Kartoffel. Letztere wird auf den terrassierten Feldern rund um Villaflor kultiviert. Um die dünne und trockene Erde zu befestigen, wird auf die Felder geschredderter Bimsstein als Deckschicht aufgebracht. Der hohe Mineralstoffgehalt des Bimsstein wirkt zudem wie Dünger. Auch Wein gedeiht bei Villaflor, zum Beispiel im Weingut „Vineros Angola“ auf über 1300 Meter Höhe. Angebaut werden unter anderem die autochthonen Rebsorten Listan Blanco und Listan Negro, und zwar in der traditionellen Vasso-Form, das heißt die Rebstöcke liegen knapp über dem Boden.

Noch mehr über Villaflor, den Weinanbau auf Teneriffa und den Camino de Chasna, also das Wandern auf Humboldts Spuren, erfahren Sie am 1. Januar in den „Notizen aus Teneriffa“ auf B 5 aktuell um 7.05 und 16.05 Uhr.

Karte: Villaflor

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Villaflor


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