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Unter Strom im Schnee überm Inn Rodelwanderung auf die Simmeringalm bei Obsteig

Den „Semmering“ kennt man, jenen knapp 1000 Meter hohen Gebirgspass auf der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Aber den „Simmering“? Den kennt kaum einer und er liegt auch ganz woanders, nämlich auf dem Mieminger Plateau bei Obsteig in Tirol. Für Tourengeher und Schneeschuhwanderer ist der 2096 Meter hohe Simmering ein lohnendes, da weitgehend lawinensicheres Ziel.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 16.02.2019

Rodelwanderung auf die Simmeringalm bei Obsteig | Bild: BR; Andrea Zinnecker

Die Simmeringalm unterhalb des Gipfels ist vor allem für Rodler ein feines Ziel, denn hier beginnt die längste Naturrodelbahn Tirols. Doch die 7,5 Kilometer lange Strecke muss man sich erst einmal im Schweiße seines Angesichts „erarbeiten“ sprich „erwandern“.

Rodel-Kurve

Gut 800 Höhenmeter mit sieben Spitzkehren in zweieinhalb Stunden zwischen Himmelsblau, Schneeweiß und Bergwaldgrün - der Forstweg zieht sich ein wenig, doch auch die Eintönigkeit hat ihren Reiz. Unterbrochen wird die Ruhe nur hin und wieder durch das leise Surren der Hochspannungsleitung, die vom Marienbergjoch über das Mieminger Plateau hinüber nach Silz führt. Unter Strom im Schnee überm Inn lautet somit das Motto. Der Weg verläuft anfangs parallel zur Überlandleitung, führt dann aber süd- und sonnseitig aus dem Bergwald heraus zur Simmeringalm. Sie liegt in 1820 Meter Höhe auf einem baumfreien Plateau unter den sanft geneigten Hängen des Simmering-Gipfels und bietet ein grandioses Panorama.

Im Nordosten die Mieminger Berge

Der Blick reicht von der Mieminger Kette über die Hohe Munde bis zum Karwendel im Osten und nach Süden über das Inntal hinweg bis zu den Stubaier, Sellrainer und Ötztaler Alpen. Das Panorama sollte man ausgiebig genießen, ebneso die Eikehr auf der Simmeringalm, denn Wirtin Maria Aschbacher, besser bekannt als „Lilly“, macht fast alles selber: Fritattensuppe und Hauswurst, Spinat- und Kaspressknödel, Kaspatzln und Kartoffelgröstl, Kaiserschmarrn und Ziachküchle mit Preiselbeeren. Viele Stammgäste kommen vor allem wegen der hausgemachten und mit einer Kartoffel-Topfen-Kräutermasse gefüllten Schlutzkrapfen auf die Alm.

Das Ziel - die Simmeringalm

Zusammen mit den beiden Söhnen Matthias und Patrick bewirtschaften die Aschbachers seit vier Jahren ganzjährig die Simmeringalm. Wo im Sommer rund 300 Stück Galtvieh grasen, genießen jetzt die Wintersportler das Draußensein. Vater Günter, seit 40 Jahren Lawinenhundeführer und einer der ersten Helfer, die im Februar vor 20 Jahren bei der Lawinenkatastrophe in Galtür vor Ort waren. präpariert mit einer kleinen Walze die Naturrodelbahn. Wenn es geschneit hat und über Nacht kalt wird, dann herrschen ideale Rodelbedingungen. Einer der es kaum erwarten kann ist Benji. Der sechsjährige Bordercollie hütet im Sommer Schafe und mutiert im Winter zum rodelsüchtigen Vierbeiner, der allerdings nicht bellend neben dem Rodel herläuft, sondern stolz vor seinem Herrchen auf dem Rodel sitzt und sich den Wind um die Schnauze wehen lässt.

Auch ein Ziel für Schneeschuhwanderer

Auf der Simmeringalm kann man auch übernachten, Rodel werden oben auf der Alm kostenlos verliehen. Montag ist allerdings Ruhetag. Ausgangspunkt für den Aufstieg ist der Parkplatz am Grünberglift in Obsteig.

Karte: Die Simmeringalm

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Karte: Die Simmeringalm


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