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Erfrischendes Flusswandern im Donaudurchbruch Paddeltour durch die Weltenburger Enge

Canyonartig ragen die markanten Felswände entlang der Donau steil aus dem Wasser empor und bieten einen grandiosen Anblick. Das Naturschutzgebiet „Weltenburger Enge” wurde daher auch 2020 als „Erstes Nationales Naturmonument Bayerns” ausgezeichnet. Ein besonderes Erlebnis ist es, mit dem Paddelboot durch die Weltenburger Enge zu gleiten.

Von: Ulrike Nikola

Stand: 06.08.2022

Erfrischendes Flusswandern im Donaudurchbruch | Bild: BR; Ulrike Nikola

Von der Einstiegsstelle in Vohburg sind es rund 30 km auf der Donau flussabwärts bis Kelheim. Die Kanuten der DAV Sektion Nürnberg kommen jedes Jahr hierher, um gemeinsam eine Paddeltour in Kanadiern zu unternehmen. Die landschaftlich sehr reizvolle Paddelwanderung können auch Familien mit Kindern gut schaffen. Deshalb ist auch die DAV-Familiengruppe „Wandermäuse“ mit an Bord. Zu Beginn erklärt Paddel-Experte Manfred Eder die verschiedenen Paddel-Schläge. Wichtig sei vor allem der Steuerschlag, den der Hintermann bzw. die Hinterfrau ausführen muss, damit das Boot auf Kurs bleibt: „Bei dem sogenannten J-Schlag beschreibt man mit dem Paddel tatsächlich ein J, in dem man das Paddeln nah am Boot entlangführt und ihm am Ende einen kleinen Kick gibt“, erklärt Manfred Eder.

Paddeln durch den Donaudurchbruch

Dann geht es los: Die Erwachsenen nehmen jeweils vorne und hinten in den Kanadiern Platz, die Kinder sitzen in der Mitte und stellen fest: Paddeln ist gar nicht so schwer! Die Boote gleiten wie auf einem Fließband dahin. Da die Donau in diesem trockenen Sommer nicht viel Wasser führt, fließt sie mit rund acht Stundenkilometern eher gemächlich dahin. Aber die Strömung erleichtert das Paddeln allemal. Auf der Strecke zwischen Vohburg und Kelheim befinden sich weder Staustufen noch Wehre oder Bebauungen. Die Ufer der Donau sind dort fast durchweg grün und dicht bewachsen, an manchen Stellen gibt es kleine Strände und Seitenarme.

Manchmal gibt ein paar kleine Wellen auf diesem Abschnitt der Donau

Manfred Eder gefällt es hier in heimischen Gefilden sehr gut, obwohl er schon überall auf der Welt gepaddelt ist. Durch den DAV ist er vor vielen Jahren zum Wettkampfsport Wildwasser Abfahrt und Slalom gekommen und diese positive Erfahrung will er gerne an jüngere Menschen weitergeben: „Es ist toll, wenn man von erfahren Leuten mitgenommen und in die Spur gestellt wird“, sagt er rückblickend. Deshalb freut sich Manfred Eder auch besonders über die Teilnahme der Wandermäuse, denn die Kanu-Abteilung braucht sowohl Nachwuchs als auch eine neue Leitung. Mit seinen 77 Jahren ist Manfred Eder zwar noch topfit, doch das Amt würde er gerne allmählich übergeben. Insgesamt verzeichnet der DAV einen stetigen Mitgliederzuwachs, doch nur Wenige übernehmen eine solche Aufgabe, stellt der Geschäftsführer der DAV Sektion Nürnberg Tobias Schone fest: „Verein heißt, dass man gemeinsam anpackt und gemeinsam was schafft. Wir haben ein attraktives Programm, aber dies wird von Mitgliedern gestaltet. Und jeder, der sich dem Verein anschließt, sollte sich dessen bewusst sein, dass er Teil einer Gemeinschaft ist, die nur existiert, weil sich andere aus der Gemeinschaft engagieren.“ Denkbar sei auch, eine solche Aufgabe auf mehrere Interessierte zu verteilen. Natürlich macht so ein Ehrenamt auch Arbeit, aber es ist gleichzeitig ein Gewinn für alle.

Rast am Kloster Weltenburg

Der Höhepunkt unserer Paddeltour ist erreicht, als die Boote durch den malerischen Donaudurchbruch gleiten. Die bis zu 80 Meter hohen Kalksteinfelsen tragen Namen wie Bayerischer Löwe oder Räuberfelsen und vermitteln Wildnis-Feeling, findet Tini: „Mich erinnert es hier an Karl May und ich finde es sehr schön, die Kulisse direkt vom Wasser aus zu erleben. Mitten in Bayern ist das sehr spektakulär!“ Auch Antje genießt die Paddeltour, weil der Blickwinkel ein ganz anderer ist, als wenn man beispielsweise an einem Fluss entlangwandert. Mittags hatten die rund zehn Boote an einer schattigen Uferstelle angelegt, so dass die fleißigen kleinen und großen Paddler picknicken konnten. Vor dem Donaudurchbruch gibt es dann noch eine weitere Rast im Kloster Weltenburg. Drei bis vier Stunden dauert die Tour auf dem Wasser - samt Einkehr ist es ein toller Ausflug mit viel Bewegung im Freien und Naturgenuss.

Vorbei am Kloster Weltenburg

„Die Gesellschaft mit lauter anderen netten Kanuten macht echt Spaß und man kann sich Tipps holen und Freude haben“, sagt Antje bei der Ankunft in Kelheim. In einer solchen Gemeinschaft lassen sich beim Paddeln auch viele Erfahrungen sammeln. Denn der Fluss ist ein Gleichnis für den Strom des Lebens, findet Barbara: „Beim Paddeln lernt man richtig gut zu steuern. Das überträgt sich auch auf das Leben, wenn man im Alltag Entscheidungen treffen muss.“ Vielleicht entscheidet sich nach dieser schönen Paddeltour auch jemand, künftig die Leitung der Kanu-Abteilung bei der DAV Sektion Nürnberg zu übernehmen.


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