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Nördlinger Ries Tzatziki unterm Wennenberg

Die Ziele finden vor der eigenen Haustür, das ist die Devise in diesen Wochen und Monaten und es gibt sie: Bergerlebnisse würde man im Ries zwar nicht unbedingt erwarten, besteht die Landschaft doch nach dem Meteoriteneinschlag vor gut 14 Millionen Jahren aus einem platten Kraterboden. Aber weit gefehlt, auch hier haben die Einheimischen ihre „Berge“.

Von: Georg Bayerle

Stand: 30.01.2021

Tzatziki unterm Wennenberg | Bild: BR; Georg Bayerle

Die Szenerie ist filmreif: die Silhouetten zweier Reiter auf freiem Feld im fahlen Winterlicht.

Ausritt um den Wennenberg

Die schrägstehende Sonne glitzert durch die kahlen Bäume, Schneereste liegen auf den Feldern – die Landschaft ruht in dieser Stimmung – bei jedem Atemzug bilden sich Wölkchen, besonders bei den stolzen Rössern, auf denen jetzt Mutter und Tochter vorbeikommen bei ihrem Ausritt um den Wennenberg. Wer sich der kleinen Gemeinde Alerheim im Ries annähert, dem fällt diese kreisrunde Erhebung sofort ins Auge. Gerade mal 40 Meter überragt dieser „Berg“ das Dorf, aber wo es im weiten Umkreis flach ist, sind 40 Meter viel.

Ein Landschaftsmerkmal im flachen Ries

Die alte Mühle an der Wörnitz

Auch Bürgermeister Christoph Schmid ist gerne am Wennenberg unterwegs. „Der Wennenberg“, sagt er, „ist für die Alerheimer das identitätsstiftende Landschaftsmerkmal. Nicht so wahnsinnig hoch, aber mitten im Ries und deswegen mit einer spektakulären Aussicht, weil der Rest flach ist.“ Der Berg ist ein geologisches Phänomen: nachdem der Meteorit eingeschlagen war und sich gut vier Kilometer in die Erde gebohrt hatte, wurden Blöcke aus hartem Granit aufgewölbt. Diese „Berge“ bilden den so genannten inneren Kraterring – man kann sie auch auf dem 7-Hügel-Weg umwandern, einer der ausgewiesenen Routen im GeoPark Ries im Süden von Alerheim. Anders als ins siebenhügelige Rom führen nach Alerheim allerdings nicht alle Wege – insbesondere mit öffentlichen Verkehrsmitteln gleicht die Anreise leider einer Odyssee – dafür hat sich eine Nachfahrin des griechischen Abenteurers im örtlichen Brauereigasthof Scheible niedergelassen.

Rieslandschaft an der Wörnitz

Nach Stunden in der Kälte draußen, braut sie original griechischen Mokka To Go. Nach Stationen in Passau und Bayreuth ist Irini Bapanara in Alerheim so richtig angekommen, denn: „es ist ein schöner Platz mit Hügeln, flach und wieder kleine Berge, ein ganz besonderer Ort“, findet Irini, mag ihre Gaststätte und die Einheimischen. Normalerweise übernachten Wander- und Radtouristen in den einfachen, aber gepflegten Zimmern des Gasthofs. Und sie ist auch selbst viel draußen unterwegs. Und wo wohl? –Auf dem Wennenberg.

Mit einem Gyros mit Tzatziki in der Hand schweift der Blick noch einmal über den Wennenberg. Stattliche 461 Meter über dem Meer, aber so hoch, dass der Rundblick über den ganzen Rieskrater reicht.

Hinweise zu Wanderzielen zum Beispiel unter: https://alerheim.de/index.php/de/touri/ausfluege


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