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Der Märzenbecherwald in der Hersbrucker Schweiz Ein Naturschauspiel am Fränkischen Gebirgsweg

Zu den ersten Frühlingsboten, die schon in voller Blüte stehen, gehören die Märzenbecher mit ihren weißen Kelchen und den gelben Spitzen. Es gibt nur noch wenige größere Vorkommen dieser streng geschützten Art, eines davon ist der Märzenbecherwald im Sittenbachtal bei Algersdorf in der Hersbrucker Schweiz. Da der Märzenbecherwald direkt am Fränkischen Gebirgsweg liegt, lässt sich ein Ausflug zu diesem Naturschauspiel sehr schön mit einer Wanderung verbinden.

Von: Ulrike Nikola

Stand: 28.03.2019

Märzenbecherweg: Burg Hohenstein | Bild: BR/Ulrike Nikola

Damit dieses besondere Naturdenkmal erhalten bleibt, plant der Bund Naturschutz einige notwendige Schutzmaßnahmen.

Märzenbecher

Die Bäume sind bei weitem noch nicht so weit wie die ersten Frühjahrsblüher. Am Boden breitet sich ein bezaubernder weißer Blütenteppich aus. Auf über eineinhalb Hektar reiht sich Märzenbecher an Märzenbecher. Die weißen Blütenkelche mit den gelben Spitzen hängen nickend am Stengel und leuchten in der Frühlingssonne, die durch die noch lichten Bäume fällt.

Die Bedingungen für den Märzenbecher oberhalb von Algersdorf in der Hersbrucker Schweiz sind gut: Die Feuchtigkeit des Osthangs im Sittenbachtal und ein weitgehend unbewirtschafteter Laub-Mischwald tragen dazu bei, erzählt Veit Lösch. Der stellvertretende Bereitschaftsleiter der Bergwacht Lauf-Hersbruck informiert die Wanderer vor Ort über die Besonderheiten der streng geschützten Pflanze. Der Märzenbecher ist ein Zwiebelgeophyt, also wie die Tulpe eine Zwiebel, und die liegt beim Märzenbecher relativ tief, bis zu 30 Zentimeter. Es handelt sich beim Märzenbecher um eine Vorsommer-grüne-Pflanze, die je nach Witterung von Februar bis Anfang April blüht. Anfang Mai zieht das Wasser, das in den Blättern ist, in die Zwiebel zurück und die Pflanze fällt quasi in den Sommerschlaf.

Veit Lösch von der Bergwacht Lauf-Hersbruck

Für ein gutes Foto stapfen manche Wanderer verbotenerweise durch den Märzenbecherwald. Veit Lösch weist sie dann im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde auf die Verbote zum Schutz der Pflanzen hin. Die aufgestellten Schilder reichen leider nicht immer aus. Weil der seltene Märzenbecher besonders schützenswert ist, ging das Waldstück mittlerweile aus einem Privatbesitz an den Bund Naturschutz über.

Jetzt wird in Zusammenarbeit mit dem Fränkischen Albverein hier ein Wegekonzept ausgearbeitet, damit keiner mehr auf die Idee kommt, seitlich in die Schutzzonen hineinzutreten. Auch Info-Tafeln werden aufgestellt, um über die Geologie und die Pflanzen aufzuklären und den Besucherstrom zu lenken. Wer mit offenen Augen durch die Natur wandert und sie respektiert, entdeckt noch weitere Frühlingsboten, die sich jetzt schon in der wärmenden Sonne zeigen: Seidelbast, Bärlauch, unzählige Leberblümchen und den Lerchensporn.

Windbeutel aller Art gibt's im Windbeutel-Café

Begleitet vom Vogelgezwitscher kann man vom Märzenbecherwald weiter auf dem Fränkischen Gebirgsweg wandern, hinunter ins Sittenbachtal und auf der anderen Seite wieder bergan zur Burg Hohenstein. Sie ragt weit sichtbar und auf Fels erbaut über den Wald hinaus. Von oben bietet sich ein herrlicher Rundblick. Zur Einkehr lockt dann das Windbeutel-Café am Fuße der Burg. Das leichte Gebäck gibt es in vielen verschiedenen Variationen, zum Beispiel mit Erdbeeren und Vanille-Eis, mit Sauerkirschen und Sahne oder mit Rhabarber, Joghurt und Sahne.

Von der Burg Hohenstein führt die Wanderung zunächst weiter auf dem Fränkischen Gebirgsweg. Das stete Bergauf-Bergab ist ebenso typisch für die Hersbrucker Alb wie die Karstbildung, weshalb man auch im Wald oft Felsen sieht. Um zum Ausgangspunkt in Schloßberg oberhalb von Osternohe zurück zu gelangen, folgen wir schließlich der Blaukreuz-Markierung über Entmersberg. Frühlingsluft lässt sich auf dieser rund zehn Kilometer langen Wanderung zu den Märzenbechern in Hülle und Fülle schnuppern.

Karte: Fränkischer Gebirgsweg

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Fränkischer Gebirgsweg


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