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Hallstattgräber und Holz im Nebelbachtal bei Unterliezheim Eine Kapellen-Wanderung in Nordschwaben

2016 hat der Wertinger Unternehmer Siegfried Denzel mit seiner Ehefrau die Siegfried-und-Elfriede-Denzel-Stiftung gegründet – mit dem Ziel, Kunst, Geschichte, Kirche, Religion und Kultur zu fördern. Das Ehepaar entwickelte zusammen mit Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl das „Projekt Sieben Kapellen“, die alle auf einem Radwanderweg liegen.

Von: Kristina Dumas

Stand: 02.11.2019

Hallstattgräber und Holz im Nebelbachtal bei Unterliezheim | Bild: BR; Kristina Dumas

Bis zum Frühjahr nächsten Jahres sollen alle Kapelle errichtet sein. Einige Kapellen gibt es schon, und wer von Finningen nach Unterliezheim wandert, der kommt an der architektonisch interessanten John-Pawson-Kapelle vorbei.

Harmonisch füˆgt sich die Kapelle von John Pawson in die Landschaft

Das Laub der Eichen und Buchen ist herbstlich verfärbt, Nebel hängt in der Luft. Auf einem Forstweg geht es gut ausgeschildert von Finningen nach Unterliezheim., und zwar zunächst entlang des Höhenzuges vom Goldberg in Richtung Amerdingen. Hier bietet sich ein wunderbarer Blick auf das Nebelbachtal, links und rechts befinden sich zudem viele Hügelgräber aus der Halstatt- und Latenezeit, wie der gebürtige Franke Manfred Herian erzählt, der seit Jahrzehnten in Unterliezheim lebt. Er kennt und liebt die waldreiche Region. Als gelernter Gärtner hat er sich übrigens auf Clematis spezialisiert und über 360 Arten in seiner Gärtnerei. Der Nebelbach wurde im Zuge der Flurbereinigung begradigt, dann aber renaturiert und weist eines der größten Bachmuschelvorkommen in der Region auf.

Wir wandern durch einen dichten Mischwald

Am Waldrand geht es weiter nach Unterliezheim. Die hügelige Landschaft mit ihrem.Mischwald hat einen ganz eigenen Reiz, vor allem die vielen Eichen und Buchen fallen ins Auge. Auch der Rote Milan und der Schwarzspecht fühlen sich hier wohl. Nach etwa acht Kilometern erreichen wir die John-Pawson-Kapelle, die aus wuchtigen Douglasoen-Stämmen gebaut wurde. Die naturnahe, moderne Architektur im Blockhausstil passt sich dem Wald an und fügt sich harmonisch in die Umgebung ein. Geplant und errichtet wurde die Kapelle vom Londoner Architekten John Pawson, dessen Namen sie trägt. Der Innenraum der Kapelle ist schlicht: ein Fenster, ein Kreuz, eine lange Bank.

Von der am Waldrand gelegenen Kapelle blickt man über Wiesen hinab in die Donauebene und nach Unterliezheim und auf die barocke Dorfkirche, die ursprünglich zu Sankt Ulrich und Afra in Augsburg gehört hat.

Auf dem Naturlehrpfad bei Unterliezheim

Wir wandern weiter auf dem Naturlehrpfad und wieder durch einen dichten Mischwald, mit jahrhundertealten Bäumen. Auch einige Douglasien sind dort zu sehen. Es handelt sich um einen typischen Juramischwald mit Eichen, Hainbuchen und seltenen Bäumen wie der Elsbeere. Früher hat der Wald dem Kloster Unterliezheim gehört, heute ist er Staatsforst. Der etwas drei Kilometer lange Naturlehrpfad führt wieder zurück zur John- Pawson-Kapelle. Von hier ist es nicht mehr weit bis nach Unterliezheim. Dort lädt der Gasthof Klosterbräu gleich neben der Barockkirche zur Einkehr ein. Zurück nach Finningen führt dann der „Finninger Weg“ über einen parallelen Höhenzug.

Karte: Finningen

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Karte: Finningen


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