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Der DSL-Hias von der Bichler Alm Digitale Kuhglocken dank 3D-Drucker im Stall

Auf 1437 Metern liegt die Bichler-Alm im Süden der Benediktenwand. Ab und zu kann man von hier aus die Steinböcke zwischen den Felsen beobachten, direkt um die Alm herum grast das Jungvieh. Die Bichler-Alm ist das Reich vom Hias.

Von: Andreas Pehl

Stand: 06.09.2018

Bichler Alm | Bild: BR/Andreas Pehl

Braungebrannt serviert er Weißbier, Leberkäs und Brotzeiten. Im Holzherd bäckt er Kuchen, im Grand neben dem Kuhstall läuft frisches Quellwasser - Almromantik pur. Doch im Kuhstall steht der wahrscheinlich höchstgelegene 3D-Drucker Deutschlands. Das Handy hat zwar keinen Empfang, aber es zeigt ein WLAN-Netz an.

Der DSL-Hias in seinem Element - und in seiner Bichler Alm

DSL-Hias wird Matthias Engel genannt, seit der studierte Luft- und Raumfahrt-Techniker den Jachenauern per Richtfunk schnelles Internet im Tal beschert hat. Für seine Vorgängerin hatte er auch die Alm schon mit Internet ausgestattet. Jetzt ist er selber Hirte und hat sein Büro auf den Berg verlegt. Von hier aus betreut er neben durstigen Wanderern und neugierigen Rindviechern auch die Netzwerke seiner Kunden – dank Photovoltaik auf dem Dach und Akku im Stall – und er tüftelt gern. Momentan entwickelt er digitale Kuhglocken, die ihm mit einem mobilfunk-unabhängigen, GPS-gestützten Trackingsystem den Almer-Alltag erleichtern sollen. Die Software funktioniert bereits, die Hardware ist allerdings noch in der Testphase. Mit seinem 3D-Drucker im Kuhstall produziert er Prototypen, die ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen müssen. Ist das erst einmal geschafft, dann soll die Massenproduktion anlaufen – Interessenten gibt es schon einige.

Von der Alm geht's auf den Gipfel der Benediktenwand

Natürlich zeigt der Hias, was er noch alles kann und serviert saftige Kuchen vom Feinsten – Almgenuss dank YouTube-Videos und Internetrezepten. Nur das Rezept für den Mandarinenschmandkuchen stammt von der Mama! Statt Kuchen kann man aber auch mal den „Strammen Max“ vom Hias probieren. Der grandiose Ausblick entschädigt zudem für den steilen Hatsch auf der Forststraße zur Alm. Von dort aus ist man in etwa einer Stunde auf dem Gipfel der Benediktenwand und hat das volle 360°-Panorama aus 1800 Metern Höhe. Aber Achtung - die Felsen sind im oberen Gipfelbereich schon sehr glattgetreten. Alternativ lassen sich von der Bichler-Alm aus auch auf einem schönen Rundweg die Scharnitz-Almen erreichen.

Wer den langen Weg aus der Jachenau hinauf zur Bichler-Alm unternehmen möchte, der sollte auf keinen Fall am Dienstag kommen, dann da hat der Hias seinen Ruhetag und holt sich Platinen, Mehl, Kabel, Mandarinen und Schmand im Tal. Bis zum 1. Oktober ist die Alm noch geöffnet. Aktuelle Informationen gibt es auf der Homepage unter www.bichler-alm.de oder per Mail unter info@bichler-alm.de.

Die Bichler Alm


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