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Über den Haidberg und Teufelsbrunnen zur Saalequelle Der Humboldt-Wanderweg im Fichtelgebirge

Alexander von Humboldt, der größte deutsche Naturforscher würde heute am 14. September seinen 250. Geburtstag feiern. Humboldt hat nicht nur die weite Welt bereist, sondern auch in Franken gewirkt und geforscht. Der Markt Zell im Landkreis Hof ehrt Alexander von Humboldt mit einem zehn Kilometer langen Wanderweg, der seinen Namen trägt.

Von: Anja Bischof

Stand: 14.09.2019

Von Zell über den Haidberg und Teufelsbrunnen zur Saalequelle | Bild: BR; Anja Bischof

Von der A-9-Ausfahrt Gefrees dauert es nur eine Viertelstunde bis zu dem 2000-Einwohner-Ort, in dem der Humboldt-Rundwanderweg am Marktplatz beginnt.

Blick auf Zell

Vom historischen Marktplatz in Zell führt der Weg direkt zum Haidberg, der nicht nur der Höhepunkt der Wanderung ist, sondern auch einen Höhepunkt in Alexander von Humboldts Forscherdasein markiert. Es geht bergan über die obere Saalebrücke, eine Treppe und einen Steig bis zum Fuß des Haidbergs. Im Jahr 1796 stand Alexander von Humboldt hier und staunte – nicht ohne Grund, wie der aus Zell stammende Heimatforscher Adrian Rossner weiß, der sich eingehend mit Alexander von Humboldts Arbeit und Forschungen im Fichtelgebirge beschäftigt hat und dabei auf einen handschriftlichen Brief mit fast unglaublichem Inhalt gestoßen ist. In diesem Brief an seinen Freund Karl von Freisleben schreibt Humboldt, dass er hier die größte Entdeckung seines Lebens gemacht habe: den fränkischen Magnetberg. Dass Humboldt aus dem Staunen nicht mehr herauskam, hatte mit seiner Kompassnadel zu tun. Sie spielte auf dem Haidberg verrückt. Ein Phänomen, das er sich nicht erklären konnte und das noch heute nachweisbar ist. Heute weiß man, das ein Stein namens Magnetit für dieses Phänomen verantwortlich ist. Er ist eingeschlossen in grünliches Serpentinit, das auf dem Haidberg vorkommt.

Gipfel-Beschilderung auf dem Haidberg

Der 893 Meter hohe Haidberg erhebt sich direkt gegenüber des bekannteren Wanderbergs Waldstein und ist ein Geheimtipp. Sein noch nachweisbarer Magnetismus ist aber nicht alles, was der kleine Waldstein-Bruder zu bieten hat. Dort, wo bis in die 1990er Jahre hinein Serpentinit abgebaut wurde, ist ein heute ein wertvolles Biotop entstanden, in dem Uhus brüten. Vom Humboldtweg kann der Wanderer einen Blick in den ehemaligen Steinbruch werfen, wo kristallklares Wasser zwischen nackten Felsen leuchtet. Weicher Waldboden macht jeden Schritt über den Grat des Haidbergs zum Genuss. Nach dem leichten Abstieg tritt der Wanderer aus dem Wald heraus und überquert eine Wiese zum Teufelsbrunnen. Mit dem Teufel hat der Brunnen, dessen Wasser leider nicht genießbar ist, nichts zu tun. Er gehörte vor vielen Jahrzehnten einem Bauer namens Töffel. Aus dem Töffelbrunnen wurde dann im Laufe der Zeit der Teufelsbrunnen.

Die Kompassnadel spielt verrückt beim Kontakt mit Serpentinit

Weiter geht es zur Saalequelle - ein perfekter Platz zum Rasten. Im schattigen Wald kann man sich am kühlen Quellwasser erfrischen. Genau an diesem Ort wurde einst die sogenannte gelbe Kreide abgebaut und als Färbemittel verkauft. Humboldt besuchte das Bergwerk und attestierte dieser so genannten Zeller Kreide eine hohe Qualität. Auf dem zehn Kilometer langen Wanderweg kommt man den wichtigsten Wirkungsstätten Humboldts im Fichtelgebirge vorbei. Abkürzen ist jederzeit möglich. Wer einkehren möchte, findet in Zell drei Gaststätten. Heimatforscher Adrian Rossner verlängert die Tour ab der Saalequelle aber gerne um ein weiteres Highlight und kehrt im Waldsteinhaus ein.

Karte: Der Haidberg

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Karte: Der Haidberg


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