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Astrid-Lindgren-Flair zwischen Beeren und Seen in Schweden Hügelwandern in Östergötland

In Schweden ist es im Sommer richtig lange hell. Je nachdem, wie weit nach Norden man reist, scheint sogar die Sonne die ganze Nacht hindurch: Midsommer. Aber auch schon auf der Höhe von Stockholm wird es im Juni und Juli kaum dunkel.

Von: Petra Martin

Stand: 11.06.2021

Astrid-Lindgren-Flair zwischen Beeren und Seen in Schweden | Bild: BR; Petra Martin

Diese langen hellen Tage verbringen die Schweden gern in der Natur. Zwischen Göteborg und Stockholm ist das Land mit nur zwei Einwohnern pro Quadratmeter sehr dünn besiedelt – und genau in dieser Region, in Boxholm in der Provinz Östergötland, betreibt Marianne van den Broek ein kleines Hotel. Rundherum gibt es zahlreiche Wanderwege, ausgedehnte Wälder und Seen mit Trinkwasserqualität und somit ein ideales Urlaubsziel für alle, die Ruhe in der Natur suchen.

Sommarhagen in der Sonne

Der Wind rauscht in den Baumkronen, Grillen zirpen am Wegesrand, Hummeln und Bienen schweben von Blüte zu Blüte der Pflanzen, die hier den Waldboden überziehen. Mitten in dieser Wald-Idylle steht das Hotel Sommarhagen. Marianne van den Broek betreibt es zusammen mit ihrem Lebensgefährten Bengt-Göran. Das Haupthaus stammt aus dem Jahr 1592 und war damals der Pfarrhof von Boxholm. Die rotweißen schwedischen Holzhäuser könnten den Geschichten von Astrid Lindgren entsprungen sein.

Damit sich die Gäste beim Wandern nicht verlaufen, haben Marianne und Bengt-Göran die Routen mit farbigen Holzlatten markiert und in einer Wanderkarte eingezeichnet. Zusätzlich stehen sie den Gästen jederzeit mit Rat und Tat beiseite.

Blaubeeren

Marianne empfiehlt die Wanderung zu einem versteckten See und hat nicht zu viel versprochen. Ein Hügel ragt aus dem Wald heraus, über einem strahlt der blaue Himmel mit weißen Schäfchenwolken - es wirkt fast wie in Bayern. In der Ferne glitzert einer der vielen Seen, die Wellen reflektieren das Sonnenlicht. Auch der Blick nach unten auf den Waldboden lohnt sich: Blaubeerbüsche soweit das Auge reicht. Auch wenn die Blaubeersaison erst im Juli so richtig beginnt, lassen sich schon jetzt ein paar schmackhafte Blaubeeren pflücken. Jetzt im Juni duften noch überall die Walderdbeeren, Anfang August reifen dann die Preiselbeeren.

Persönlicher Steg mit Bank und See

Weil die Finger vom Blaubeer-Naschen ganz verfärbt sind, kommt der See am Ende der Wanderung gerade recht - einerseits zum Fingerwaschen, andererseits zum Schwimmen. Völlig glatt liegt die Wasseroberfläche da, die Schäfchenwolken spiegeln sich und die beim Schwimmen verursachten Wellen sind die einzige Bewegung, die das Wasser kräuselt. Das Wasser ist mit 23 Grad herrlich warm, es fühlt sich weich und samtig an. Basti und Judith aus Aachen sitzen auf dem Steg, lassen die Füße ins Wasser baumeln, genießen die Ruhe und Einsamkeit genossen und vermissen nur eines: einen Elch. Zwar haben sie unterwegs öfter einmal ein Knacken im Wald gehört, aber trotzdem ist weit und breit kein Elch aufgetaucht. Höher stehen die Chancen auf eine Elch-Sichtung abends im Garten des Hotels Sommarhagen – wie Marianne erzählt, hat sich hier hin und wieder mal ein Elch blicken lassen.

Karte: Sommarhagen

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Sommarhagen


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