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Hoch über dem Kochelsee Goldener Herbst am Rabenkopf

Zwischen der Benediktenwand und dem Jochberg steht der 1555 Meter hohe Rabenkopf. Schon der Maler Franz Marc wusste, dass es hier schön ist. Auf der Staffelalm - etwa eine halbe Stunde unterhalb des Gipfels - hat er viel Zeit verbracht und auch gemalt. So lange das Wetter diesen Herbst noch schön ist, gibt es auf der Staffelalm Getränke und Speckbrot und dazu einen unglaublichen Panoramablick Richtung Süden.

Von: Barbara Weiß

Stand: 17.10.2019

Rabenkopf: Herbstlich-farbenfroher Ausblick vom Gipfel | Bild: BR/Barbara Weiß

Bis zum Pessenbacherjoch war alles windstill beim Aufstieg aus dem Tal. Dann aber, als der Blick frei wird nach Süden, ab dem Joch, bläst kräftig der Föhnwind und beschert einen strahlend blauen Himmel und beste Fernsicht, dazu gibt es Bergeinsamkeit – zumindest unter der Woche - und ein Wahnsinnspanorama auf dem Weg zur Staffelalm. Der Weg ist leicht und ungefährlich und fast ohne Anstieg. So kann man genüsslich schauen auf die Vielzahl an Gipfeln.

Herbstfärbung

Den Aufstieg zur Staffelalm hat auch der Maler Franz Marc bewältigt. Zwischen 1904 und 1908 verbrachte er mehrere Sommer hier oben und bemalte den Herd, der heute leider nicht mehr existiert. Auch zwei Fresken an den Wänden der Alm stammen aus seiner Hand – das Motiv sind Hirsche. Eine Tafel außen an der Hütte erinnert daran.

Wenn die Föhntage vorbei sind, wenn der November kommt, dann ist auf der Staffelalm kein Ausschank mehr. Dann wird es hier oben still den Winter über. Dann tummeln sich am Rabenkopf nur noch die Raben und freuen sich über das, was von den Brotzeiten einzelner Wanderer übrigbleibt. Ob sie dem Berg auch seinen Namen gegeben haben?

Ein Kreuz ... aber noch nicht das Gipfelkreuz

Manche Wanderer vermuten das, andere wiederum meinen, dass der Name von der Form des Berges kommt, schließlich sieht er aus einer gewissen Perspektive so aus wie ein Rabenkopf. Eine Wanderin verrät uns zwar, dass der Rabenkopf ihr Lieblingsberg ist, nicht aber den speziellen „Geheimpfad“ vom Tal zum Gipfel, auf dem man angeblich niemanden trifft. Das ist irgendwie verständlich, denn sonst wäre er ja kein Geheimtipp mehr. Aber auch, wenn man von der Jachenau, von Kochel oder Pessenbach aufsteigt, lohnt sich der Weg, vor allem jetzt im Herbst, wenn die Bäume so bunt sind und die Sicht so klar ist. Wenn man nur so malen könnte wie Franz Marc! Dann könnte man diese schöne Stimmung festhalten für die Ewigkeit! Aber auch ohne Stift, Papier und Talent - man kann sich dieses Bild der Natur, den goldenen Herbst am Rabenkopf, auch ganz tief in Kopf und Seele einprägen als schöne Erinnerung für graue trostlose Tage, die vielleicht bald kommen werden.

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist und nicht zum Ausgangspunkt, zum Auto zurückwandern muss, hat vom Rabenkopf aus viele Möglichkeiten: Zum Beispiel kann man zur Benediktenwand weitergehen und nach Lenggries absteigen oder von Kochel hochsteigen und in die Jachenau hinabwandern oder umgekehrt und dort dann gleich noch zum Abschluss des Tages das Franz-Marc-Museum besuchen – eine runde Sache!

Karte: Der Rabenkopf

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Karte: Der Rabenkopf


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