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Baumbarts und Geisterfichten Der Oberperfer Geisterwanderweg

Am Samstagnacht ist Halloween. Wer Gespenster sehen will, aber keine Lust auf ausgehöhlte Kürbisfratzen hat, der begibt sich am besten nach Oberperfuss am Eingang ins Sellraintal. In der 3.000-Einwohner-Gemeinde 15 Kilometer westlich von Innsbruck gibt es nämlich einen „Geisterwanderweg“ für die ganze Familie.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 30.10.2020

Barts und Geister-Fichten  | Bild: BR; Andrea Zinnecker

Ausgangspunkt ist der Parkplatz Stieglreith in Oberperfuss.

Blick auf das Inntal und Innsbruck

Von hier führt die knapp zweistündige und gespenstisch schöne Wanderung auf das knapp 2000 Meter hohe Rangger Köpfl. Andrea Zinnecker verrät, was es mit den Baumbarts auf sich hat und empfiehlt die Geisterwanderung derzeit nur als „Tour im Geiste“, da Tirol ja zu den Corona-Risikogebieten zählt.

Die Begleitung wartet schon (das Bild wurde vor Corona aufgenommen)

Man weiß ja nie so genau … und Baumbarts, das könnten kauzige Waldgeister mit Zipfelmütze, grauem Bart und grüner Hose sein. Die 24 Baumbarts sind auf 1,6 Kilometer Länge und exakt 211 Höhenmeter verteilt. Sie bestehen aus entwurzelten und umgedrehten Fichten, begleiten den Aufstieg zum Rangger Köpfl und blicken den Wanderer mal launig, mal grantig, mal an. Die fantasievollen Gesichter der Baumbarts hat Karl Hörtnagel geschnitzt und die Idee dazu ist ihm irgendwo oben am Berg gekommen.

Baumbart-Schnitzer Karl Hörtnagel

Die Idee zum Geisterwanderweg stammt dagegen vom Oberperfer Bergbahnchef Markus Holzer. Er wollte Kinder zum Wandern motivieren. Mit spannenden Attraktionen am Wegesrand geht das bekanntlich am besten. Also wurden 24 sturmgeschädigte Fichten auf sechs Meter Höhe abgeschnitten, samt Wurzelwerk ausgegraben, umgedreht und als Baumbarts und Bergwächter aufgestellt. Auf Knopfdruck erzählen sie märchenhafte Geschichten, mal zum Träumen, mal zum Fürchten. Erfunden hat die Geschichten die Märchenerzählerin und Kinder-Psychologin Hertha Glück. Und egal ob kleine oder große Wanderer – langweilig wird es keinem auf dem Geisterwanderweg. Denn auch abseits der Waldgeister gibt es viel zu entdecken in der herbstlichen Natur: Moos, Pilze, Ameisenhaufen, Blaubeeren, Rinde, Äste und vieles mehr.

Der lachende Baumbart

Zauberhaft ist auch die Aussicht vom knapp 2000 Meter hohen Rangger Köpfl, dem Endpunkt des Geisterwanderwegs. Innsbruck und das Inntal liegen einem zu Füßen, der Blick reicht bis Schwaz und über die Gipfelwelt links und rechts des Inntals. Martinswand, Großer und Kleiner Solstein, Bettelwurf, Glungezer und Patscherkofel, die Kalkkögel und über Oberperfuss der markante Rastkogel. Gipfel, die auch in der berühmten Nordtiroler Landkarte von Peter Anich auftauschen. Der berühmte Kartograph des 18. Jahrhunderts wurde in Oberperfuss geboren.

Im Winter verwandelt sich der Oberperfer Geisterwanderweg übrigens in eine Rodelbahn, die von der Rastkogelhütte hinab ins Tal führt und abends beleuchtet ist. Dann wirken die Baumbarts noch gespenstischer als am Tag.

Karte: Oberperfuss

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Oberperfuss


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