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Abenteuerliche Ursprungssuche im Karwendel Quellenangaben an der Isar

Die grüne Isar – Oberbayern wäre ohne sie nicht denkbar! Sie ist Symbol des Münchner Lebensgefühls, Namenspatronin für ein Atomkraftwerk und produziert in etwa 50 Wasserkraftwerken Strom für Bayern. Sie stand Modell für Maler des 19. Jahrhunderts und hat es bis in die große Literatur geschafft. Fast 300 Kilometer legt sie auf ihrem Weg aus dem Karwendel bis hin zu ihrer Mündung in die Donau zurück. Doch die Isar bleibt geheimnisvoll: Wo genau liegt ihre Quelle?

Von: Andreas Pehl

Stand: 27.07.2019

Eine abenteuerliche Ursprungssuche im Karwendel – Alpenflüsse im Bayern-2-Rucksackradio | Bild: BR; Andreas Pehl

Um das herauszufinden, muss man vorbei an Bad Tölz, am Sylvensteinstausee und dem wilden Oberlauf zwischen Vorderriss und Wallgau, über die österreichische Grenze bis nach Scharnitz.

Quelle 2 – doch wo ist Quelle 1?

Einige Kilometer Forststraße bergauf sind es von Scharnitz bis zur Isarquelle, und dafür gibt es technische Hilfe bei Heidi Häcker. Sie ist die Wirtin vom Café Länd, gleich am großen Parkplatz zu den Karwendeltälern. Neben gerührtem Eiscafé und hausgemachten Kuchen bietet sie der Kundschaft auch Bergradl zum Ausleihen an, auch solche mit Elektromotor, die für diese Tour wirklich empfehlenswert sind. Mit so einem Gefährt geht es nun erst „eco“, dann „turbo“ auf der Forststraße der Isar entlang bergauf.

Mit 4-6°C kommt das Wasser aus der Erde

Glasklar ist das Wasser, mit einem leichten Grünstich. Nach etwa zehn Kilometern steht ein großes Schild am Wegrand: Isarursprung. Zu Fuß kommt man über kleine, liebevoll angelegte Pfade zum kristallklaren und eiskalten Wasser. Bänke laden zum Rasten ein. Der grüne Fluss, der hier entspringt, ist die Lebensader der Oberlands, Städte wie München und Landshut verdanken der Isar ihre Entstehung, sie war Verkehrsweg von Mittenwald bis nach Plattling – und mit der Donau vermischt weiter bis Wien. Doch die Isar war auch gefürchtet wegen ihrer Unberechenbarkeit. Immer wieder neu grub sie bei mehr oder weniger verheerenden Hochwassern ihr Bett in den Kalksteinschotter. Doch ihre Quelle ist umstritten. Thomas Lehner ist Naturführer, Bergwanderführer und Hüttenwirt im Hallerangerhaus. 600 Höhenmeter weiter oben, steil bergauf und trotz E-Bike im Turbo-Modus anspruchsvoll, liegt sein Haus. Auch hier oben, wenige Meter hinter dem Haus, ist schon wieder groß zu lesen: Isarquelle.

In den Karten steht Lafatscherbach als Name dieses Gebirgsbaches, Gemeindegebiet Absam im Inntal. Ist das nun die richtige Isarquelle? Oder beginnt die wirklich erst unten bei den Quelltöpfen im Gemeindegebiet von Scharnitz? Oder wechselt der Lafatscherbach unten im Tal einfach den Namen und heißt dann Isar? Das soll an dieser Stelle nicht entschieden werden, denn es ist an beiden Quellorten wunderschön und beide sind eine Tour wert!

Karte: Isarquelle

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Karte: Isarquelle


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