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Von J nach Z rund um die Tiroler Enklave Der Buchstaben-Wanderweg bei Jungholz

Die österreichische Enklave Jungholz ist eine sehr kleine Gemeinde mit nur rund 300 Einwohnern. Und weil Jungholz nur von Deutschland aus zu erreichen ist, darf man hier in Corona-Zeiten Wandern, Langlaufen und Schneeschuhwandern, ohne danach in Quarantäne zu müssen. Chris Baumann hat sich den Ortsnamen Jungholz auf dem so genannten Buchstabenweg erwandert.

Von: Chris Baumann

Stand: 18.02.2021

Von J nach Z rund um die Tiroler Enklave | Bild: BR; Chris Baumann

Die Idee für den Buchstabenweg hatte Dieter Merz zusammen mit dem Tourismusförderverein Jungholz. Zuerst wollte man ähnlich wie in Hollywood den Namen Jungholz als großen Schriftzug darstellen, aber dazu hätte man eine Riesenfläche und die Zustimmung vieler Grundstückseigentümer benötigt. Zu schwierig! Deshalb entstand die Idee, die Buchstaben einzeln im Gemeindegebiet zu verteilen und ortsansässige Künstler zu bitten, jeweils einen Buchstaben zu gestalten.

Das L von Jungholz - hier wird umgekehrt und bis Langenschwand zurückgegangen

Am besten beginnt man den Buchstabenweg in Richtung Langenschwand, das heißt buchstabentechnisch gesehen von hinten mit dem Z. Weiter geht es am rauschenden Mühlbach entlang nach Langenschwand zum L, das an einem Aussichtspunkt in Richtung Alpe Stubental zeigt und auch der Lieblingsbuchstabe von Bürgermeisterin Karina Konrad ist, stammt sie doch aus Langenschwand. Vom L aus ist auch gut der Hausberg von Jungholz zu sehen, der 1636 Meter hohe Sorgschrofen. Vorbei an der Kneipp-Anlage erreicht man dann den höchsten Punkt der Wanderung beim O. Der nächste Buchstabe auf dem knapp neun Kilometer langen Buchstabenweg befindet sich oberhalb von Gießenschwand: das U. Es besteht aus geschmiedeten Metallstäben und kann durchlaufen werden. Die Stäbe schwingen dann von einer Seite zur anderen und “musizieren“ miteinander.

Hier geht es dann runter Richtung N

Jungholz ist umgeben von Deutschland, nur die Grenzen waren nicht immer ganz eindeutig, erzählt Bürgermeisterin Karina Konrad. So hatte man lange mit den Wertachern um die Sorg-Alpen gestritten, die dann letztlich Wertach zugefallen sind. Als sogenanntes Zollanschlussgebiet konnte Jungholz die Vorteile von Deutschland nutzen. Karina Konrad ist hier geboren und beschreibt das Gefühl, in einer Tiroler Enklave zu leben: „Irgendwo hast du nirgendwo richtig dazu gehört!“ Auf dem Weiterweg entlang der Straße zurück ins Dorf steht das G - für die Einheimischen der aussagekräftigste Buchstabe. Es signalisiert Gießenschwand, den Ortsteil, der für Ski und Rodel firmiert. Der Buchstabe N - neben dem Freibad und Minigolfplatz – ist dagegen nicht sofort als Buchstabe erkennbar. Gebildet wir das N aus drei Stelen - zwei senkrecht, eine schräg. Da muss man schon genau hinschauen.

Entlang des Mühlbachs führt der Buchstabenweg über Felder und durch Wald und am Campingplatz vorbei zum H. Aus Metall geschmiedet steht der Buchstabe für den Ortsteil Habsbichl, in dem auch die ersten drei Hausnummern von Jungholz zu finden sind.  Zurück geht es entweder an der Hauptstraße entlang in den Ortskern oder durch den tief verschneiten Winterwald. Nach insgesamt 170 Höhenmetern ist dann das J aus rohbelassenem Fichtenholz erreicht – der letzte Buchstabe unserer Wanderung und der erste des Ortsnamens.

Karte: Jungholz und der Buchstabenweg

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Karte: Jungholz und der Buchstabenweg


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