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Der neue Bildband "Bergmenschen" Ein Blick auf die Idee hinter dem Buch

Bergmenschen – das sind Persönlichkeiten, die eine ausgeprägte Leidenschaft für die Berge besitzen, egal ob sie hohe Gipfel besteigen oder sich um die alpine Kultur kümmern. 30 ganz unterschiedliche Bergmenschen porträtiert Michael Ruhland, der Chefredakteur des Magazins „Bergsteiger“, zusammen mit Fotograf Christoph Jorda in einem neuen Bildband, der jetzt erscheint: „Bergmenschen – 30 Ikonen der Bergwelt über Wagnis. Liebe und Demut“.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 17.10.2019

Buch: Bergmenschen: Hansjörg Auer | Bild: Christoph Jorda

Der langgehegte Wunsch, einmal hinter die Kulisse des bloßen Bergsteigens zu blicken, tief hinein in die Psyche von Menschen, die in und mit den Bergen leben, war für Michael Ruhland die Triebfeder zum Buch über Bergmenschen. Demut, Liebe, Wagnis – das sind die drei Hauptbotschaften des Buchs, spürbar in allen Interviews und Porträtfotos. Gerade die Demut auch der ganz großen Alpinisten gegenüber dem Berg war Michael Ruhland besonders wichtig, und so versucht der Bildband - sensibel und subtil - das wahre Wesen eben dieser Bergmenschen zu ergründen. Von Adam Ondra über Reinhold Messner und Stefan Glowacz bis Luis Stitzinger, von Gerlinde Kaltenbrunner über die Ganes und Tamara Lunger bis zu Ines Papert, wobei die weiblichen Bergmenschen mit einem Viertel im Buch in der Minderheit sind.

Autor Michael Ruhland

Unter den 30 Bergmenschen sind auch vier Persönlichkeiten, die leider nicht mehr unter uns weilen: Ueli Steck, Heiner Geißler, David Lama und Hansjörg Auer. Wenn Christoph Jorda an das Fotoshooting mit letzterem zurück, bekommt er Gänsehaut, denn er hat Hansjörg Auer, den Bauernsohn aus dem Ötztal, in der Stube seines Hofs fotografiert – vor ihm eine Forelle als Erinnerung an den „Fisch“, die legendäre Kletterroute durch die Südwand der Marmolada und hinter ihm eine tickende Uhr vor dem Herrgottswinkel – ein fast makabres memento mori angesichts der Tatsache, dass Hansjörg Auer nur zwei Wochen nach dem Fotoshooting zusammen mit David Lama am Howse Peak in den kanadischen Rocky Mountains in einer Lawine ums Leben kam.

Ines Papert

Für Christoph Jorda, eigentlich mehr Reportage- als Porträtfotograf, lag die Herausforderung darin, in kurzer Zeit einen Draht zum jeweiligen Bergmenschen zu finden, denn für ein gutes Foto muss die Chemie stimmen, was bei Tamara Lunger sofort gelang. Vielleicht auch, weil Christoph Jorda als gebürtiger Allgäuer, selbst ein „Bergmensch“ ist. Dass er selbst gerne klettert, hat ihm auch den Zugang zu Adam Ondra erleichtert, den er als „Messias der Kletterwelt“ sieht und als solchen in nahezu tänzerischer Choreographie in Schwarzweiß fotografiert hat.

Buchcover

Der Bildband Bergmenschen besticht somit durch die Kombination von kunstvollen, avantgardistischen Porträtfotos und feinsinnigen, tiefgehenden Interviews, zum Beispiel mit Gerlinde Kaltenbrunner, die nach allen 14 Achttausendern dem Höhenbergsteigen Ade gesagt hat und bei sich selbst angekommen ist, weshalb sie auch im Schlusskapitel „Ankommen“ ihren Platz gefunden hat.

„Bergmenschen – 30 Ikonen der Bergwelt über Wagnis, Liebe und Demut“. Der Bildband von Michael Ruhland und Christoph Jorda erscheint im Verlag Frederking & Thaler, ist ab nächster Woche im Buchhandel und kostet 34,99 Euro. Zudem macht in der November-Ausgabe des Magazins „Bergsteiger“ eine sechsseitige Bildstrecke Lust auf das neue Buch.


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