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Die Burglhütte im Bregenzerwald Kleinod ohne Strom in der „Schneisamkeit“ zwischen Hittisau und Balderschwang

Manchmal reicht ein kleiner Bachtobel, um Welten zu trennen – zum Beispiel das Skigebiet von Balderschwang im Oberallgäu und die stille Welt der Burglhütte. Die private Schutzhütte liegt auf 1430 Meter Höhe schon auf der Vorarlberger Seite im Bregenzerwald und ist ein wahres Hütten-Kleinod im Naturpark Nagelfluhkette.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 01.03.2019

Burglhütte im Bregenzer Wald | Bild: BR/Andrea Zinnecker

Auf der fast 200 Jahre alte Burglhütte gibt es keinen Strom, dafür aber viel Romantik, einen pfiffigen Hüttenwirt und perfekte Kässpatzn mitten in der „Schneisamkeit“ zwischen Hittisau und Balderschwang.

Schnee und Einsamkeit – das ergibt „Schneisamkeit“, und die ist sozusagen das Markenzeichen der Burglhütte. In der sanften und zugleich herben Landschaft des Naturparks Nagelfluhkette liegt sie unter dem Feuerstätterkopf eingebettet in wellige Hänge, die ineinander zu fließen scheinen. Hüttenwirt Gerhard Friemel schätzt die enge Verzahnung mit der Natur und den Naturgewalten. Im Winter herrscht oft einmal Lawinengefahr an den weißen Flanken nahe der Hütte, dann bleibt auch der Weg gesperrt. Zweimal war Gerhard Friemel im Januar auf der Burglhütte eingeschneit, und auch jetzt liegt der Schnee trotz Tauwetter noch an die zweieinhalb Meter hoch.

Hüttenwirt Gerhard Friemel auf seinem Lieblingsplatz

Schon als Kind war der Gerhard mit seinen Eltern oft auf der Burglhütte und kannte noch Walburga, die „Burgl“ - Namensgeberin und Sennerin, die hier Käse gemacht und Gäste bewirtet hat. Vor ein paar Jahren wurde dann aus Gerhard Friemel, dem „Seehasen“ aus Konschtanz, ein „Schneehase“ sprich Hüttenwirt.

Damals wie heute gibt es auf der Burglhütte keinen Strom, nur Teelichter und Petroleumlampen in der Gaststube. Wer hier übernachtet, sollte fürs Lager eine Stirn- oder Taschenlampe mitnehmen. Gekocht wird mit Gas, geheizt mit Holz im Kachelofen und wer eine Latte Macchiato oder eine Aufladestation fürs Handy oder E-Mountainbike möchte, schaut ins Ofenrohr. Und so soll es auch bleiben! Dazu kommt dann noch die konsequente Stille rund um die Burglhütte, sagt Wirt Gerhard Friemel – kein Radio, keine Musikbeschallung, nur die Seelenmelodie der Landschaft und die damit verbundene Entschleunigung. Die Gäste wissen das zu schätzen!

Auch ohne Strom ist der Ausblick von der Burglhütte grandios!

Und natürlich freut sich dann jeder auf die Einkehr in der Burglhütte, auf einen Kaiserschmarrn mit Waldbeerenmus oder auf die Tages-Spezialität namens „Kaltes Schaumsüppchen von Hopfen, Gerste und Malz auf veganer Unterlage“ ... Humor muss sein, und zum frischen Hefeweizen passen dann am besten die legendären Kässpatzn der Burglhütte. Gerhard Friemel ist aber auch ein eingefleischter Suppenkaschper und tischt Maultaschensuppe, Gulaschsuppe oder eine Käsesuppe mit Bergkäse, frisch gemahlenem Pfeffer und Bauernbrot auf.

Tagesspezialität - Humor geht auch ohne Strom!

Wer im typischen Bregenzerwälder Schopf der Burglhütte sitzt, der hat als I-Tüpfelchen noch den grandiosen Blick nach Südosten auf den Allgäuer Hauptkamm von der Trettach über die Mädelegabel bis zum Hohen Licht. Die Eckbank im Schopf, einer Art Laube, ist zudem der Morgenplatz von Gerhard. Hier genießt er seinen Kaffee und den Sonnenaufgang über den Gipfeln.

Die Burglhütte hat von Mittwoch bis Sonntag geöffnet, in jedem Fall bis Ende März, bei guter Schneelage auch bis Ostern. Es gibt 20 Übernachtungsplätze, aber nur nach Voranmeldung. Von Balderschwang aus ist die Burglhütte in knapp zwei Stunden zu erreichen – zu Fuß oder mit Schneeschuhen - von Hittisau dauert der Aufstieg vier Stunden. Weitere Informationen gibt es unter www.burglhuette.de

Karte: Bregenzer Wald

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Karte: Bregenzer Wald


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