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Waldwandern für die Seele und das Immunsystem Biophilia-Wanderung am Achensee

Wer mit Leib und Seele in den Wald eintaucht, im Wald „badet“, der fühlt sich spürbar wohl, denn der Wald tut uns gut. Das Zwitschern der Vögel, das Grün der Bäume und Sträucher und der Duft von Tannen, Fichten und Moos entspannen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ein Spaziergang im Wald nicht nur unsere Stimmung hebt, sondern tatsächlich auch gesund ist. Diese Wirkung ist unter dem Namen Biophilia-Effekt bekannt. Biophilia-Wanderungen werden zum Beispiel am Achensee nördlich von Jenbach in Tirol angeboten.

Von: Claudia Steiner

Stand: 29.05.2019

Waldwandern für die Seele und das Immunsystem | Bild: BR; Claudia Steiner

Auf einem insgesamt 14 Kilometer langen Panorama-Rundweg, zugleich Teilstück des Karwendelwegs,  geht es von Achenkirch zum Achensee und wieder zurück, doch auf die Strecke und die Höhenmeter kommt es dieses Mal nicht an. Bei der Biophilia-Wanderung mit Detlef Leickert, Yoga-Lehrer und Vital-Coach am Achensee, geht es vielmehr um Ruhe, Entspannung und um ein heilsames und bewusstes Wandern in der Natur. Bio bedeutet Leben, philia ist die Liebe – und es geht darum, die Liebe zum Leben neu zu entdecken. Im geschlossenen System Wald mit seiner Vielfalt und Reinheit geht das besonders gut.

Deflef und Norah – Augen zu und Bäume anfassen

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Spaziergänge im Wald gut für die Atemwege und den Kreislauf sind. Japanische Forscher haben außerdem herausgefunden, dass die Sauerstoffversorgung der Zellen bei Aufenthalten im Wald verbessert wird. Bäume und Sträucher verströmen zudem Terpene, die einen Einfluss auf unser Immunsystem haben. So erhöht sich nach einer längeren Waldwanderung die Zahl bestimmter Abwehrzellen. Yoga-Lehrer Detlef verbindet die Biophilia-Wanderung deshalb gerne mit Atemübungen. Man atmet tief ein- und aus, bewegt seine Arme im Atemrhythmus mit und merkt sofort, dass im Körper etwas Positives passiert.

Mitten im Wald

Wir laufen auf schmalen Waldwegen und über Lichtungen. Aber wir verlassen auch immer wieder den Weg und gehen dicht in den Wald hinein, wo es noch ruhiger, noch stiller ist. An einem Rinnsal, das von dichten Bäumen umgeben ist, halten wir an und nehmen ein so genanntes Waldbad. Soll heißen: Wir tauchen einfach tief in den Wald ein. Bei der Biophilia-Wanderung soll man die Natur bewusst wahrnehmen. Bei einer weiteren Übung von Detlef bekommt man deshalb die Augen verbunden und wird an verschiedene Stellen im Wald geführt, um die Rinde von Fichten und Buchen zu berühren oder an Sträuchern zu riechen. Man fühlt die scharfen Kanten von Steinen und ertastet die Schuppen von Tannenzapfen. Für viele Menschen ist das etwas ganz Neues, und es braucht auch Mut, sich dem hinzugeben. Alle Sinne einsetzen statt Wanderkilometer zählen, heißt die Devise.

Wer sich näher mit dem Thema Biophilia befassen möchte – der österreichische Biologe Clemens Arvay hat ein aufschlussreiches Buch mit dem Titel „Der Biophilia-Effekt: Heilung aus dem Wald“ geschrieben.

Karte: Achensee

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Karte: Achensee


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