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Bartgeier und Auerhuhn Auf Vogel-Beobachtungstour im Allgäu

Im Tal kommt der Sommer, in den Bergen ist noch Winter. Das ist eine besonders interessante Zeit für den Biologen und Vogelexperten Henning Werth. Denn in dieser Zeit lassen sich auch exotische Vögel im Allgäu blicken.

Von: Viktoria Wagensommer

Stand: 15.06.2019

Unterwegs mit einem Vogelbeobachter  | Bild: BR; Viktoria Wagensommer

Ein Fernglas, ein Stativ, eine Windjacke und ein dicke Schicht Sonnencreme fürs Gesicht – das ist Henning Werths Grundausstattung zum Vögel-Beobachten. Er ist leidenschaftlicher Vogelbeobachter und Gebietsbetreuer vom Landesbund für Vogelschutz. Im Allgäu hofft er, einen Bartgeier zu finden.

Henning Werth auf dem Nebelhorn

Er kennt mittlerweile seine Lieblingsplätze, zum Beispiel im Rappenalptal bei Oberstdorf. Dort versucht der Biologe, den Vogel mit seinem Fernglas zu verfolgen. In der Luft ist der riesige Vogel besonders charakteristisch. Er ist eine Art Thermiksegler. Am liebsten frisst er die Knochen von abgestürzten oder verschütteten Gämsen und Steinböcken.

Henning Werth

Deshalb weiß Henning Werth, wo er nach dem Bartgeier suchen muss – auf den Lawinenfeldern unterhalb von Steilhängern, dort hat er ihn 2015 das erste Mal entdeckt. Ein Bartgeier, der seit einigen Jahren immer wieder ins Allgäu kommt ist ein junges Männchen namens „Fortuna“. Vor vier Jahren ist er im Nationalpark Hohe Tauern freigelassen worden und seither lässt er sich jedes Jahr im Allgäu blicken. Henning Werth freut sich, dass der Bartgeier im Allgäu auf einem guten Weg zu sein scheint. Gleichzeitig setzt er sich für Vogelarten ein, deren Lebensräume immer kleiner werden.

In Gefahr: das Auerhuhn und seine beliebten Federn

Bartgeier-Fortuna

Das Auerhuhn zum Beispiel. Immer öfter sind Federsammler in den Balz- und Brutgebieten der Tiere unterwegs, sie wollen sich die großen dunklen Schwanzfedern an den Hut stecken oder als Trophäen in eine Vitrine stellen. Für die Tiere ist es eine besonders kritische Störung, wenn der Wanderer sich in ihrem Gelände bewegt, fliegen sie nämlich weg. Das ist besonders während der Brut ein Problem, wenn die Henne dann ihre Eier verlassen muss. Während sie auffliegt ist sie für Feinde, wie den Fuchs oder den Steinadler leicht zu sehen. Im schlimmsten Fall kehrt sie zu den Eiern oder Jungvögeln nicht zurück und es gibt keinen Nachwuchs, sagt Henning Werth. Deshalb setzt er auf Aufklärung. Egal um welche Vogelart es geht, denn nur was der Mensch kennt und über was er Bescheid weiß, das schützt er auch.

Auerhahn-Feder

Mehr dazu auch am 20. Juni 2018: Fernweh, Bayern 2, 10 bis 11 Uhr und 17 bis 18 Uhr


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