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Geschichtsträchtige Wanderung bei Peiting Auf den Spuren der Römer und Welfen am Lech

In den mittleren und höheren Lagen der Alpen hat es nochmal einen Nachschub an Schnee gegeben, deshalb liegt es nahe im Alpenvorland zu wandern, zum Beispiel auf den Spuren der Römer und Welfen am Lech zwischen Peiting und Schongau.

Von: Chris Baumann

Stand: 04.05.2019

Auf den Spuren der Römer und Welfen unterwegs am Lech | Bild: BR; Chris Baumann

Die knapp 14 Kilometer lange Wanderung mit rund 360 Höhenmetern beginnt am Marktplatz in Peiting und führt zunächst in Richtung Walderlebnispfad.

Römer und Welfen Bildstock und Blick nach Peiting

Vorbei an den Bildstöcken am Kalvarienberg wandert man durch dichten Wald und wird oberhalb des Lechs mit einem sagenhaften Ausblick über hügelige Wiesen bis hin zu einer Villa Rustica überrascht. Werner Schmitt, vom Förderverein Villa Rustica Peiting, erklärt, dass hier auf dem Schlossberg Gräber gefunden wurden und man zudem eine kleine Tempelanlage vermutet hat, die sich bis heute aber nicht sicher nachweisen lässt. Immer wieder heißt es auch, dass hier eine kleine Burg errichtet wurde, doch Grabungen des Historischen Vereins Schongau haben vor einigen Jahren ergeben, dass es sich um römische Fundamente handelt und nicht um eine Welfenburg. Die Welfenburg lag nämlich rund 200 Meter entfernt auf dem Schneckenbichl.

Die Ausgrabung in der Villa Rustica

Im Außenbereich der Villa Rustica, im Kräuter-Lehrgarten, sind die Pflanzen zu sehen, die schon von den Römern verzehrt wurden und die wir auch heute noch essen, zum Beispiel Spargel und Rettich, gelbe Rüben, Zwiebeln und vieles mehr. Die Wiesen rund um die Villa Rustica sind mit Fundamenten der Römerzeit durchsetzt.  Auf der linken Lechseite verläuft die Via Claudia Augusta. Die Villa Rustica war sozusagen auch eine Art „Autobahn-Rasthof“, es gab Nahrung, man konnte Pferde und Ochsen wechseln und die Transportwagen reparieren.

Blick von der Lechbrücke Richtung Lido

Über die imposante Lechbrücke geht es nun von der Ost- auf die Westseite des Flusses und ins Naturdenkmal Heidewiese. Der einstige Wildfluss Lech ist heute zu einem See aufgestaut. Davor aber gab es hier regelmäßig Hochwasser und Überschwemmungen und der Lechkies wurde immer wieder neu verteilt. Nach wie vor aber gedeihen hier viele Orchideen, darunter auch der seltene Frauenschuh. Von der Heidewiese führt die Wanderung auf den Spuren der Römer und Welfen ins Forchet, in das Naherholungsgebiet von Schongau. Ursprünglich war das Forchet ein reiner Föhrenwald. Die Föhren fanden hier im steinigen und trockenen Boden gute Wachstumsbedingungen, wurden aber nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund des Brennholzbedarfs abgeholzt und durch Fichten ersetzt. Wer die Nähe zum Wasser sucht, geht durch den Wald hinunter zum so genannten „Lido“. Über die Staufstufe 6 bei Dornau geht es dann durch Wald und über Wiesen zurück zum 816 Meter hohen Schlossberg. Von hier schweift der Blick nach Peiting, zum Hohenpeißenberg, auf den südlichen Teil von Schongau und bis zum Auerberg.

Mehr Informationen zur Route gibt es unter www.pfaffen-winkel.de/touren

Karte: Die Villa Rustica

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Karte: Die Villa Rustica


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