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Kühles Grün zwischen Lermooser Becken und Eschenlohe Die Loisach im Werdenfelser Land

Die Loisach ist der größte Fluss im Werdenfelser Land. Sie entspringt nahe Biberwier unterhalb des Fernpasses in Tirol, fließt vorbei an Grainau und durch Garmisch-Partenkirchen weiter nach Norden. Bei Schlehdorf taucht die Loisach ein in den Kochelsee und kommt am Nordende wieder heraus. Nach gut 100 Kilometern Flusslauf mündet sie in der Pupplinger Au bei Wolfratshausen in die Isar.

Von: Angela Braun

Stand: 14.09.2019

Kühles Grün zwischen Lermooser Becken und Eschenlohe – Alpenflüsse im Bayern-2-Rucksackradio | Bild: BR; Angela Braun

Wer die Loisach erkunden will, kann das auf einem Radweg tun, der von der Quelle bis zur Mündung führt, am besten auf zwei Tage verteilt. Etwas mehr Zeit braucht man für eine Rundtour von Wolfratshausen über Murnau nach Biberwier in Tirol und über Mittenwald und Lenggries wieder zurück nach Wolfratshausen. Besonders beliebt bei Einheimischen und Urlaubern ist der Abschnitt zwischen Eschenlohe, Oberau und Farchant im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Radweg entlang der Loisach südlich von Eschenlohe

Blauer Himmel, klare Luft und Sonnenschein - es ist ein Spätsommertag wie aus dem Bilderbuch: im Süden das Wettersteinmassiv mit dem markanten Grat der Alpspitze und einer wolkenfreien Zugspitze, im Osten das Estergebirge mit Krottenkopf und Hoher Kiste - und neben uns die milchig grün-graue Loisach, die in ihrem Flussbett bei Eschenlohe mit viel Wasser Richtung Norden fließt. Der Radweg führt direkt an der Loisach entlang und war auch in diesem Frühsommer wieder einmal komplett überschwemmt. Starke Regenfälle verwandeln den Fluss regelmäßig in ein reißendes Gewässer. Nach dem Pfingsthochwasser 1999 und dem Hochwasser 2005 wurde viel Geld investiert in den Schutz der Anwohner. In Eschenlohe entstand eine mächtige Brücke, an den Ufern sollen steinerne Dämme dem Wasser standhalten. „Eschenlohe liegt in einer Enge, wo die Bergmassive abrupt aufsteigen, Überflutungen haben immer zu Eschenlohe gehört“, erzählt Franziska Lobenhofer-Hirschbold, die Vorsitzende des Vereins zur Erforschung und Erhaltung der Heimatgeschichte. Außerdem sei durch den Bau der Autobahn A95 so etwas wie ein Damm entstanden, so dass das Wasser nicht mehr einfach im Moor abfließen kann.

Franziska Lobenhofer –Hirschbold, Vorsitzende des Vereins zur Erforschung und Erhaltung der Eschenloher Heimatgeschichte

Die Loisach entspringt unterhalb des Fernpasses in einem Moorgebiet bei Biberwier. Mehrere Quellen fließen hier in einem grün leuchtenden Moos zusammen. Weiter geht es in Richtung Lermooser Becken, wo die Loisach noch schmal und eher ein Gebirgsbach ist. Über Griesen fließt sie weiter nach Grainau und Garmisch-Partenkirchen und hat Wildwasser-Charakter – ganz im Gegensatz zu ihrem späteren Verlauf nördlich von Kochel, wo sie recht gemächlich dahin strömt. Markant ist die Farbe: ein kühles Grün, zwischen Türkis- und Grautönen – mal dunkler, mal heller,je nach Sonnenlicht. Zwischen Oberau und Farchant kann sich die Loisach ausbreiten, sie mäandert und hat fast den Charakter eines Wildflusses mit breitem Becken wie der Oberlauf am Lech mit seinen Umlagerungsstrecken.

Das Wetterstein mit dem markanten Alpspitzgrat

Früher war die Loisach der wichtigste Verkehrsweg im Oberland. Viele Waren wurden auf dem Wasser transportiert. Die Flößerei war einer der Haupt-Erwerbszeige im Werdenfelser Land. Von Garmisch-Partenkirchen bis nach Wolfratenhausen waren die Flößer unterwegs und Wasserstraßen früher das, was heute die Autobahnen sind. Man hat auf dem Wasser alles Wichtige transportiert, auf der Loisach vor allem Holz und wichtige Materialien wie Gips, Holzkohle oder Kalk. In Wolfratshausen haben dann die Isarflößer die Ladungen übernommen und weiter bis nach München und Freising gebracht. Heute sind im Sommer hier höchstens noch Schlauchboote und Kanufahrer unterwegs, die von Eschenlohe bis nach Großweil fahren.

Bei Oberau führt der Radweg weg vom Fluss Richtung Estergebirge

Die Radfahrer bleiben immer wieder stehen und bewundern nicht nur den Fluss, sondern auch die grandiose Bergkulisse im Süden: Der Blick auf das Wettersteinmassiv an diesem Septembertag ist fast schon kitschig. Bei Oberau macht der Radweg eine Kurve und führt weg vom Fluss Richtung Estergebirge, in Farchant geht es dann wieder an der Loisach entlang. Je nach Jahreszeit blühen ganz unterschiedliche Pflanzen in den Moorgebieten. Im Frühsommer sieht man verschiedene Orchideenarten, im Herbst überziehen viele Enziane die Moorwiesen, es blüht auch der wilde Lauch. Die Wiesen leuchten jetzt in rotbraunen Farben, sie werden nur zweimal im Jahr gemäht. Das Heu verwenden die Bauern als Einstreu in den Kuhställen. Der Radweg führt auch durch eine Weide für Jungvieh, die sich auf den Wiesen neben der Loisach sichtlich wohlfühlen, genauso wie die Fluss-Radler.

Karte: Die Loisachquelle

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Karte: Die Loisachquelle


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