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Rucksackradio-Kino-Preview „Alpgeister“ Spirituelle Bergwelten zwischen Untersberg und Säuling

Der Alpenraum steckt voller Sagen, Legenden und Mythen, und das setzt ein neuer Film um, der am 18. Juli in die Kinos kommt: „Alpgeister“ von Walter Steffen. Es handelt sich um eine sagenhaft-schöne Reise entlang des bayerischen Alpenrands vom Berchtesgadener Land bis ins Oberallgäu.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 19.07.2019

Wie schon Albert Einstein formulierte: „Das Schönste, was wir erleben, ist das Geheimnisvolle!“ Genau das setzt ein neuer Film um, der am 18. Juli in die Kinos kommt: „Alpgeister“ von Walter Steffen. Es handelt sich um eine sagenhaft-schöne Reise entlang des bayerischen Alpenrands vom Berchtesgadener Land bis ins Oberallgäu. 16 Protagonisten erzählen von altüberlieferten Geschichten, traditionellem Wissen und spirituellen Erlebnissen in den Bergen zwischen Untersberg und Säuling, Werdenfelser Land und Wildfräuleinstein im Ostrachtal. Es ist ein spiritueller Film jenseits esoterischer Dogmen, ethnologisch glaubwürdig und geprägt von grandiosen Naturaufnahmen – ein moderner Heimatfilm, authentisch und regional.

Regisseur und Filmemacher Walter Steffen bringt hinsichtlich der alten alpinkulturellen Überlieferungen die äußere Realität mit der inneren Wirklichkeit in Einklang. Die Berge wirken als spiritueller Resonanzraum für all die Dinge, die es vielleicht mehr als wir glauben oder wissen, zwischen Himmel und Erde gibt - für wilde und salige Fräulein, für Perchten und die drei Bethen – allesamt Erdgöttinnen. Aus der heidnischen Anrufung der drei Bethen wurde das christliche „Beten“ bzw. „Gebet“ - oder wie Walter Steffen sagt: „In den Bergen lernt man das Beten“. Auch deshalb liebt der gebürtige Oberstdorfer Filmemacher Nachtwanderungen im Gebirge. Sich nachts allein in der Bergnatur aufzuhalten, ermöglicht durchaus einen neuen Blick auf die alte Heimat.

Die „Alpgeister“ führen vom Sonnwendritual im Untersberg über die sagenhafte Stierlingalm an der Kampenwand und das ölschieferhaltige Bächental im Karwendel bis zum Wildfräuleinstein bei Hinterstein, um nur einiges zu nennen. Hirten und Alpenschamanen, Ärztinnen und Kräuterfrauen, Gästeführer und Historiker kommen zu Wort – und Wolfgang Ramadan, der am Herzogstand Unerklärliches erlebt hat, nämlich eine Art Brockengespenst mit Halo, das für ihn zum „Schutzengel“ wurde. Oder wie der Oberstdorfer Hirte und Heimatforscher Eugen Thomma resümiert: „Wir wissen zwar nicht was, aber irgendetwas gibt’s!“ Es geht aber auch um die Quatembertage, die mystischen Übergangsphasen zwischen den Jahreszeiten, oder um altes Brauchtum wie das Quellenfüttern - und dass beim Wetterläuten die Schallwellen Gewitterfronten beeinflussen können, ist auch kein Geheimnis, sondern physikalisch erklärbar. Laut Albert Einstein macht das Sichtbare nur ein Prozent der Wirklichkeit aus. Der Film Alpgeister aber ist wirklich sehenswert.


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