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Neue Sonderausstellung im MMM Firmian Der Gebirgsmaler Edward Harrison Compton

Was haben die Gebirgsmaler wie Edward Harrison Compton einst für Strapazen auf sich genommen: Mit Leinwand und Staffelei sind sie in die Berge gegangen, um möglichst authentische Bilder zu malen. Selbst als eine Kinderlähmung Edward Harrison in den Rollstuhl zwang, malte er weiter Bergbilder. Sie sind zurzeit in einer Sonderausstellung im Messner Mountain Museum Firmian in Bozen zu besichtigen.

Von: Ernst Vogt

Stand: 04.04.2019

Aquarelle von Edward Harrison Compton | Bild: BR/Ernst Vogt

Quer durch die Alpen

Es ist keine gewöhnliche Ausstellung mit Aquarellen des in Feldafing geborenen Künstlers Edward Harrison Compton, sondern ein Erlebnisraum, der seine Spannung aus Gegensätzen bezieht. Im Mittelpunkt des Ausstellungsraums auf Schloss Sigmundskron stehen die Reliefs der Achttausender, geschaffen von Wolfgang Pusch aus dem Berchtesgadener Land. An den Wänden hängen die kleinformatigen Aquarelle von Edward Harrison Compton. Mit den Bildern unternimmt der Betrachter einen Streifzug durch die Alpen von Ost nach West. „Es ist ein schönes Sich-Ergänzen, wie unterschiedlich der Berg gesehen werden kann“, resümiert Museumsdirektorin Magdalena Messner.

Die Leinwand im Rucksack

Aquarell von Edward Harrison Compton

Reinhold Messner, der die Ausstellung konzipiert hat, schätzt die Aquarelle von Edward Harrison Compton sehr. „Er hat wie sein Vater die Berge vor Ort gemalt“, erzählt der Extrembergsteiger bei der Ausstellungseröffnung. Beide haben ihre Leinwände in der Natur aufgeschlagen; so erklärt sich, dass die Bilder häufig sehr kleinformatig sind, denn die Maler mussten alle Utensilien auf die Tour mitnehmen.

Theater und Musik

Neu ist in diesem Jahr im Messner Mountain Museum nicht nur die Wechselausstellung, sondern auch eine Veranstaltungsreihe, den musealen Raum interaktiver machen soll. „Die wirklichen Neuigkeiten in unserem Museum“ – so Reinhold Messner „sind die jungen Leute, die Theater spielen, die Mythen aufführen wollen, die Musik machen wollen und somit wird das Museum lebendiger und interkulturell“.

Südtirol trifft Südamerika

Im Juni lässt ein Ensemble junger Südtiroler Schauspielerinnen die Welt der Fanes-Sagen wieder auferstehen, und zwar als Freilicht-Theater im Museum Firmian. Die Sagen sind ein Mythen-Zyklus aus den Dolomiten: Es sind Geschichten aus einer fernen Zeit; dabei geht es um Völker und Kulturen, die in den Bergen gelebt haben. „Die haben die Berge als ihre Götter und Gottheiten verehrt“, weiß die Südtiroler Theaterwissenschaftlerin Kathrin Gschleier, die die Sagen für die Bühne bearbeitet hat. Premiere ist am 1. Juni 2019, weitere Vorstellungen „Aus_Sagen“ sind am 4., 5., 7., 8., 11., 12., 14. und 15. Juni. Es spielt das Schauspielkollektiv „binnen-I“ aus Südtirol.

Die Südtiroler Musikgruppe "Vinorosso" spielte bei der Eröffnung der Sonderausstellung

Ein Höhepunkt im Messner Mountain Museum Ripa auf Schloss Bruneck wird am 10. August das Mountain Music Festival sein. Ab 17 Uhr musizieren verschiedene Musikgruppen auf dem Schlossberg, und zwar unter dem Motto „Südtirol trifft Südamerika“. Ein Handwerkermarkt und kulinarische Spezialitäten ergänzen das Festival.

Museum als Raum zum Geschichtenerzählen

Musik, Theater und bildende Kunst. Für Reinhold Messner geht das unter dem Dach seines Museums harmonisch zusammen. Seine Maxime: „Mein Zugang ist nicht: Wir stellen Kunst aus, sondern mein Zugang ist: Ich erzähle Geschichten.“

Künftig werden auch Schauspielerinnen und Musiker ihre Geschichten in den Mauern seiner Museen erzählen.

Info

Das Messner Mountain Museum Firmian ist ab jetzt geöffnet. Die Saison dauert bis zum 10. November. Besichtigung täglich von 10 bis 18 Uhr, am Donnerstag ist Ruhetag.

Karte: Schloss Sigmundskron

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Karte: Schloss Sigmundskron


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