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Der Umgang mit Apfelbutzen & Co. beim Wandern Biomüll am Berg

Die schönsten Dinge beim Wandern sind: die Natur genießen, am Ziel oder gar am Gipfel ankommen – UND - Brotzeit machen! Ein jeder hat natürlich etwas Anderes im Rucksack, von der Wurstsemmel bis hin zum selbstgemachten Fitnessriegel, dazu gerne auch Obst. Keiner würde auf die Idee kommen, dass es erlaubt ist, eine Plastiktüte am Berg zurückzulassen. Aber Orangenschalen oder Apfelbutzen - die kann man doch ins Latschendickicht werfen, wo sie verrotten. Oder vielleicht doch nicht?

Von: Alexander Dallmus

Stand: 21.09.2019

Organischer Abfall in der Natur | Bild: picture-alliance/dpa

Natürlich lieben die meisten Wanderer und Bergsteiger die Natur und würden deshalb niemals etwas am Wegesrand zurücklassen. Wenn es um die Vesper-Reste geht, sind die Meinungen allerdings geteilt, schließlich zersetzt sich ein Stück Gurke oder ein Apfelbutzen in der Natur auf ganz natürlichen Wege und am Ende bleibt nichts zurück. Vor dem Gesetz ist es allerdings egal, ob man ein Papiertaschentuch in die Landschaft schmeißt oder den Rest eines Apfels. Beides kostet mindestens 20 Euro, wenn man erwischt wird, sagt Marina Mozny von der Polizei München: „Obwohl es sich bei Essensresten um organische Stoffe handelt, die grundsätzlich auch verwesen, ist es trotzdem so, dass sie sich ‚Unrat‘ nennen, und es gibt gesetzliche Bestimmungen, u.a. das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das bestimmt, dass man solche Abfälle nicht einfach in der Natur entsorgen darf.“

Natürlich geht am Berg nicht die Müllpolizei Streife, weshalb es an den Wanderern liegt, ihren Müll auch wieder mitzunehmen. Denn was im Tal vielleicht tatsächlich nach vier Wochen vollständig verrottet ist, hält sich oben länger, sagt Steffen Reich vom Deutschen Alpenverein. In der Höhe ist es kühler, das heißt, die Bakterien arbeiten langsamer und Nahrungsreste halten sich viel länger. So dauert es bei Zitrusfrüchten und Bananen noch länger, oft bis zu fünf Jahren, bis sie sich in Wohlgefallen auflösen, weil diese Obstschalen an heiße Temperaturen gewöhnt sind. Laut Steffen Reich entsteht dadurch zwar kein großer ökologischer Schaden, aber es ist eben auch ein ästhetisches Problem. Wenn alle ihren Biomüll am Berg entsorgen, dann schaut es dort oben bald aus wie auf einer Müllhalde.

Grundsätzlich gilt also: Was man auf den Berg raufträgt, nimmt man auch wieder mit ins Tal zurück. Wer seinen Müllbeutel vergessen hat, für den hat der DAV im Rahmen der Kampagne „Saubere Berge“ rote Mülltüten-Spender an bewirtschafteten Hütten in den Alpen und Mittelgebirgen aufgestellt. Wer eine Abfalltüte braucht, kann sich hier ganz einfach eine Tüte herausnehmen und den Müll darin wieder mit hinab ins Tal transportieren. Die Tüte besteht aus Maisstärke und ist zu 100% biologisch abbaubar! Insgesamt ist Steffen Reich vom DAV aber ganz zufrieden mit dem Verhalten der Wanderer in den Bergen: „Man kann eigentlich sagen, die meisten Bergsteigerinnen und Bergsteiger sind relativ umweltbewusst unterwegs und nehmen ihren Müll auch wieder mit.“

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