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Alpinaktivitäten umweltfreundlich 150 Jahre Deutscher Alpenverein

150 Jahre alt wird der Deutsche Alpenverein am 9. Mai. Wir begleiten das Ereignis mit einer Serie zum Jubiläum. Der DAV wurde sieben Jahre nach dem ÖAV in München gegründet. Alpinisten wie Franz Senn und Johann Stüdl waren unzufrieden, weil der ÖAV zu wenig unternommen hatte, um Touren in den Alpen zu erleichtern – sprich Hütten und Wege zu bauen. Heute ist es genau umgekehrt: Nun muss sich der DAV darum kümmern, den Ansturm auf die Berge in naturverträgliche Bahnen zu lenken.

Von: Georg Bayerle

Stand: 06.04.2019

Alpinaktivitäten umweltfreundlich | Bild: BR; Georg Bayerle

Seit knapp zehn Jahren geht Manfred Scheuermann mit seiner Herzensangelegenheit hausieren: Das 1995 gestartete Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich“ war soweit gediehen, dass eine neue Auflage an Alpenvereinskarten herausgegeben wurde. Die Bilanz heute fällt überwiegend gut aus, denn die meisten Bergbegeisterten halten sich an die Regelungen, für die 180 bayerische Skitourenberge erkundet und 500 naturverträgliche Skirouten sowie 150 Schneeschuhrouten beschrieben wurden – ein echtes und absolut notwendiges Modellprojekt.

Ein Schneehase war unterwegs

Schon 1949 hatte der DAV das Bayerische Innenministerium aufgefordert, die so wörtlich „weitere Verunstaltung unserer Berge durch Bergbahnen und Skilifte“ zu verhindern. In den 1980er Jahren sieht sich der damalige Vorsitzende Fritz März selbst einer kritischen Stimmung in der Gesellschaft ausgesetzt und zieht daraus entsprechende Konsequenzen. Neben der naturverträglichen Gestaltung der Skitourenrouten werden Ende der 90er Jahre auch die Kletterfelsen naturfachlich untersucht. Während es in Teilen Deutschlands damals zu kompletten Sperrungen kommt, sind die bayerischen Regelungen, zum Beispiel im unteren Altmühltal, damals deutschlandweit einzigartig. So akzeptieren Kletterer in Regensburg ohne Murren Selbstverpflichtungen.

Ausgehend vom ursprünglichen Vereinszweck, der Erschließung der Alpen, hat sich der DAV zunehmend dem Schutz der Bergwelt verpflichtet. Trotz der vorbildlichen Lenkungsprojekte sieht der Allgäuer Wildbiologe Albin Zeitler die Entwicklung beim Skibergsteigen wieder an einem kritischen Punkt. Buchstäblich überrollt wurde der Alpenverein auch vom Mountainbiken. Ein neues Modellprojekt soll nun auch diese Trendsportart, die der DAV als neue alpine Kernsportart betrachtet, in die richtigen Bahnen lenken. Das hätten sich Franz Senn und Johann Stüdl wohl kaum träumen lassen, als sie einst voller Ungeduld den Bau von Wanderwegen und Hütten angeschoben haben.


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