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Tipps und Tricks für die ersten Tourentage Mit dem Nachwuchs auf Skitour

Die Skifahrer unter uns kommen in diesem Winter nicht besonders auf ihre Kosten, da wegen der Pandemie auch die Skigebiete im Lockdown sind. Das hat zu Beginn der kalten Jahreszeit viele dazu gebracht, sich eine Skitouren-Ausrüstung zu kaufen oder sie an Weihachten zu verschenken. Und sicher sind in diesem Winter auch einige Kinder und Jugendliche zum ersten Mal mit Tourenski unterwegs. Aber was ist da zu beachten?

Von: Manfred Wöll

Stand: 06.02.2021

Tipps und Tricks für die ersten Tourentage | Bild: BR; Manfred Wöll

Das Wichtigste ist „den Druck rausnehmen.“ So formuliert es Bernhard Ziegler. Er führt Skitouren für den Deutschen Alpenverein, hat selbst seine beiden Kinder immer wieder auf Skitouren mitgenommen und vor einigen Jahren das Buch „Skitouren mit Kindern“ geschrieben. Sein wichtigster Ratschlag geht an die Eltern: Mit Kindern dürfe nicht im Vordergrund stehen einen bestimmten Gipfel zu erreichen, um dann vielleicht einen besonders schönen Hang herunterzufahren. Vielmehr, so Ziegler, gehe es darum, gemeinsam einen schönen Tag zu verleben und Spaß zu haben. „Der Weg ist das Ziel“ - dieser bekannte Spruch gelte ganz besonders, wenn Kinder dabei sind.

Pistentour über den Wolken

Am Anfang steht freilich der Punkt „Ausrüstung“. Mittlerweile ist es kein Problem mehr, Tourenski für Kinder mit einer Länge von 1.30 Meter oder 1.40 Meter zu bekommen und die passenden Tourenskischuhe dazu. Inzwischen gibt es sogar schon die leichteren Pin-Bindungen für Kinder. Aber bevor viel Geld ausgegeben wird, kann man natürlich auch erst einmal die Sparvariante ausprobieren. Es gibt Adapter, die passen in eine normale Skibindung, so dass das Kind beim ersten Mal mit seinen Pistenskiern und seinen normalen Skischuhen geht. So etwas verleiht in der Regel auch der Deutsche Alpenverein.

Kurz vor dem Rosskopf

Ab einem Alter von acht oder neun Jahren können Kinder schon Spaß haben an ihrer ersten Skitour. Lawinenschaufel und Sonde müssen in diesem Alter noch nicht in den Rucksack, denn zum einen macht das den Rucksack schwer, zum anderen wären die Kleinen ohnehin noch nicht in der Lage Schaufel und Sonde richtig einzusetzen. Und vor allem: Bei der Skitouren-Premiere mit dem Nachwuchs bleibt man ohnehin im absolut ungefährlichen Gelände. Aber der Umgang mit einem LVS-Gerät kann unterwegs natürlich schon mal eingeübt werden. Es macht den Kindern auch riesigen Spaß, das im Schnee versteckte zweite Gerät aufzuspüren - insbesondere dann, wenn diesem Gerät noch etwas Schokolade oder ein paar Gummibärchen beigelegt sind…. Schatzsuche am Berg sozusagen!

Blick vom Brauneck (1555m)

Die ersten Touren für Kinder sollten nicht steil sein, in der Regel reichen auch 300 bis 600 Höhenmeter. Schreckenkopf, Schwarzenberg, Hörnle sind laut Ziegler gute Beispiele für solche Einsteigertouren. Am Anfang oder in Zeiten von wenig Schnee kann es auch durchaus ratsam sein, Skipisten zu nutzen. Im Spitzing wäre der Rosskopf vom Kurvenlift aus so ein Ziel, in den Ammergauer Alpen die Kolbensattelhütte oder auch bei Lenggries das Brauneck, wobei letzteres mit gut 800 Höhenmetern schon eher etwas für größere Kinder mit guter Kondition ist. Aber man kann ja jederzeit abbrechen und die „Gipfelbrotzeit“ etwas weiter nach unten verlegen.

Grundsätzlich gilt: Kinder sollten von Beginn an lernen, nicht zu schnell zu starten, nie zu steil zu gehen und auf Pisten am äußersten Rand zu bleiben! Und die Eltern sollten definitiv den eigenen Ehrgeiz zügeln und sich auf das Tempo des Nachwuchses einlassen. Gerade in den Bergen gilt ja die Regel, sich dem Schwächeren oder Langsameren anzupassen. Wenn dann alles passt, werden die Kinder vielleicht begeistert sein und schon bald nach der nächsten Skitour fragen….


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