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Der Tälligrat bei Davos Skitour auf einen abgelegenen Berg im Sertigtal

Davos gilt als mondäne Bergstadt. Unter Skifahrern ist Davos wegen seiner Top-Pisten und als Hot Spot für Freerider bekannt. Doch als Skitouren-Areal? Das löst unter Tourengehern häufig Achselzucken aus. Dabei hat die Bündner Metropole auch in diesem Punkt einiges zu bieten, zum Beispiel im Sertigtal.

Von: Folkert Lenz

Stand: 06.04.2019

Skitour auf einen abgelegenen Berg im Sertigtal | Bild: BR; Folkert Lenz

Von Sertig-Dorf geht es an die 700 Höhenmeter in Richtung Tälligrat und Tällihorn. Bergführer Stefan Felix stimmt auf den Tag ein, und der beginnt mit einer Überraschung: Über Nacht hat es so viel geschneit, dass die eigentlich geplante Tour tief ins enge Sertigtal hinein wegen drohender Lawinengefahr zu gefährlich ist. Deswegen steuert der gebürtige Engadiner nun den Tälligrat an. Neben den Höfen von Sertig fellen wir auf. Die Dächer der Bauernhäuser tragen dicke weiße Hauben. Selbst für diesen schneereichen Winter ist das nicht normal, meint Stefans Bergführerkollege Christian Furger angesichts der üppigen weißen Pracht.

Droben wird ideales Ski(touren)gelände offeriert

Der 2619 Meter hohe Tälligrat – nicht zu verwechseln mit dem knapp 2800 Meter hohen Tälligrat bei Andermatt - ist ein beliebter, weil gut zu erreichender Gipfel oberhalb von Davos. Normalerweise braucht man kaum einen halben Tag für die Tour. Doch diesmal geht es in sehr besinnlichem Tempo durch den Gürtel lichten Waldes bergauf. Stefan Felix muss sich ordentlich plagen, um eine Spur in den Neuschnee zu legen. Hasenspuren und ein paar uralte Arven begleiten uns beim Aufstieg, ein kleines Schneebrett hat sich in einer nahen Mulde entladen. Dann geht es aus dem Wald hinaus ins freie Gelände und hoch zum Tälligrat.

Der mächtige Stock vom Ducan und seinen Nachbarn beherrscht das Areal.

Weiter oben entfaltet sich dann das Relief der Davoser Landschaft. Die Spitzen direkt über der Stadt – wie das Jakobs- oder das Rinerhorn – sind „verkabelt“ mit Liften und den Pistenfahrern vorbehalten. Aber die Seitentäler - Sertig, Monstein, Dischma und Flüela - sind ideal für Tourengeher und aben jeweils ihren ganz eigenen Charakter. Über weite, flachere Hänge geht es jetzt aber erst einmal weiter zur Tällifurgga hinauf. Hinter dem Sattel bauen sich felsige und abschreckende Gipfel auf. Der mächtige Stock des Hochducan scheint alles zu überragen. Die letzten Schritte auf den Tälligrat aber sind freundliches Skitourengelände, auch wenn nur ein paar Meter neben der Aufstiegsspur eine gigantische Wechte den Blick in die Tiefe verwehrt. Nach einer ausgiebigen Rast in der Sonne am Gipfel, folgt dann eine rassige Pulverabfahrt.

Karte: Sertig-Dorf und Tällihorn

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Sertig-Dorf und Tällihorn


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