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Alternative bei Naturgefahren in den Ammergauer Alpen Skitour auf die Scheinbergspitze

Viel Schneefall, hohe Lawinengefahr – wer sich nicht ganz sicher ist in der Einschätzung der Naturgefahren, der sollte das freie Gelände tunlichst meiden. Aber viele Wintersportler haben den Schnee natürlich auch erwartet und an den üblicherweise verdächtigen Bergen treffen sich dann auch die, die selbst unwirtliche Bedingungen nicht scheuen. Als Berg auch für schlechtere Bedingungen ist die Scheinbergspitze in den Ammergauer Alpen bekannt - und das hat sich natürlich längst herumgesprochen.

Von: Georg Bayerle

Stand: 19.01.2019

Alternative bei Naturgefahren in den Ammergauer Alpen | Bild: BR; Georg Bayerle

Schneehauben, mollige weiße Pakete und jeder Baum dick eingepackt – gerade unten, wo viel junger Bergwald aufwächst, sind die Formen und Gebilde, die Frau Holle kreiert hat, besonders reizend anzusehen.

Aufstieg im dichten Schneefall

Trotz großer Lawinen- und Schneebruchgefahr sind auch Leute unterwegs, die wenig Erfahrung haben. Für einige ist es heute sogar die erste Skitour. Der Parkplatz ist mit gut 40 Autos voll belegt, denn: „Der Scheinberg geht immer.“ Dieser Spruch ist vermutlich so alt wie das Skitourengehen, und mit dem neuen Boom des Tourengehens trifft man vorwiegend auf junge Leute.

Im tief verschneiten Bergwald

Auch an einem widrigen Tag wie diesem bewährt sich die Scheinbergspitze als Modell im Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich“, wo Natur und Nutzung im Einklang sind. Alle, die heute unterwegs sind, tun es mit Respekt und Umsicht. Eine Gruppe von drei Frauen kehrt an der Waldgrenze um, im Windschutz einer ganz von Eisschnee überzogenen Baumgruppe ziehen sie die Felle ab. Den Schnee und eisigen Wind spüren und den eigenen Körper durch die Anstrengung erhitzt in der prickelnden Kälte – dieses elementare Fühlen hat auch eine ganze Familiengruppe angetrieben.

An der Bergschulter, die Endstation bei schwierigen Verhältnissen

Entscheidend ist, den richtigen Berg auszuwählen - einen mit flacheren Hängen – und umkehrbereit statt getrieben zu sein, dazu aufmerksam an Stellen, wo die Bäume schneebeladen sind. Dann bringt so ein Tag am Berg durchaus wertvolle Erfahrungen, denn gerade bestes Wetter kann trügen, besonders in den Tagen direkt nach einer langen Schneefallperiode. Und so ist spätestens an der Bergschulter des Scheinbergs ist an solchen Tagen für alle Schluss. Dank erfahrener Begleiter ist auch die richtige Abfahrtsroute kein Problem. Extreme Wetterbedingungen lehren den Respekt, den Bergsportler im freien Gelände immer haben sollten – diese spezielle Erfahrung ist kein schlechter Start in die durchaus komplexe Materie des Tourengehens im Winter.

Karte: Die Scheinbergspitze

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Die Scheinbergspitze


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