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Ein Berg wie ein Schloss Skitour zum Monte Castello

Neuner, Zehner, Heiligkreuzkofel, Col Bechei … – die Liste mit den Tourenmöglichkeiten von der 2060 Meter hochgelegenen Faneshütte aus ist lang. Wir entscheiden uns für den dreistündigen Aufstieg zum 2760 Meter hohen Monte Castello.

Von: Manfred Wöll

Stand: 03.01.2020

Ein Berg wie ein Schloss  | Bild: BR; Manfred Wöll

Gute Entscheidung, findet auch der Wirt, Max Mutschlechner. Der „Max vom Fanes“, wie er nur genannt wird, weist darauf hin, dass es hier mehrere Skitouren gibt, die praktisch kaum lawinengefährdet sind. Die Tour zum Monte Castello durch das „vallon bianco“ zwischen Furcia Rossa und Ciampestrin gehört dazu. Kurzer, viertelstündiger Aufstieg aufs Limojoch, dann entdecken wir im Süden in der Ferne unser Ziel - Betonung auf „Ferne“! Wir müssen gut Strecke machen. Zunächst geht’s etwas abwärts – mit Fellen. Wir durchschreiten den Talgrund, endlich gewinnen wir wieder leicht an Höhe. Viel Schnee hat‘s hier!

An der Faneshütte (2060m)

Durch eine Passage märchenhaft aussehender, tief verschneiter Felsbrocken geht es das breite, leicht hügelige Hochtal empor. Kupiertes Gelände, nirgends steil! Nur der Gipfelhang steilt sich etwas auf. Die Aufstiegsspur führt dort im Zickzack direkt zum Fuße des burgartigen Felsklotzes . Bei ungünstigen Lawinenverhältnissen kann es ratsamer sein, die letzten Meter über die Flanke links (Nordosten) anzugehen. An einer alten Biwakhütte vorbei, die direkt an den Fels gebaut ist, stapfen wir zu Fuß auf die Südseite des Monte Castello. Dort erwartet uns ein Brotzeitplatz par excellence – mit Sitzgelegenheit auf einem Holzbrett – und vis-a-vis die Gipfel der Tofana!

Der Aufstieg führt durch einen tief verschneiten Felssturz

Der Aufstieg führt durch einen tief verschneiten Felssturz . Wir lehnen mit dem Rücken am Fels. Dieser ist ausgehöhlt, innen liegt – vom Wind hineingepresst – hüfthoch der Schnee. Im Ersten Weltkrieg ist aus dieser Stellung heraus geschossen worden. Die Front verlief genau hier. Eine Stunde Pause mit Gedanken an den Wahnsinn des Krieges – dann fahren wir wieder ab. Manchmal wünschten wir uns die Tour etwas steiler, denn im tiefen Neuschnee wird man beim Schwingen immer langsamer. Kurzer Gegenanstieg aufs Limojoch und dann stehen wir nach drei Stunden Aufstieg und eineinhalb Stunden Rückkehr wieder vor der komfortablen Faneshütte.

Glückselig aber auch etwas geschafft sitzen wir in der liebevoll eingerichteten Stube und schauen sehnsüchtig auf das Hochbett über dem Kachelofen. Hüttenwirt Max macht uns Mut. „Abends heiz‘ ich den Ofen an, dann kann man sich aufs Bett legen. Der eine links, der andere rechts, die meisten schlafen dann ein.“ - Gute Idee. Eine sehr gute Idee...

Info:

Beim Aufstieg durch das Vallon Bianco

Die Faneshütte ist von Anfang Juni bis Ende Oktober geöffnet und von Mitte Dezember bis Ende April. Man erreicht sie ab dem Gasthaus Pederü (12 km entfernt von St. Vigil in Enneberg) in einem zweistündigen Anstieg über einen breiten, gewalzten Weg. Für 10 Euro pro Person holt der Hüttenwirt einen auch mit seinem Raupenfahrzeug vom Parkplatz Pederü ab.

Karte: Am Monte Castello

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Am Monte Castello


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