32

Unterwegs zwischen Signalfelsen und Hoher Wacht Skitour auf die Königsheide im Fichtelgebirge

Wenn man vom Fichtelgebirge in Oberfranken spricht, dann kommt den meisten der Schneeberg, der Ochsenkopf oder die Kösseine in den Sinn. Doch neben diesen beiden höchsten Bergen des Fichtelgebirges kann man noch viel mehr entdecken, zum Beispiel bei einer rund sechs Kilometer langen Skitour über 400 Höhenmeter auf die Königsheide.

Von: Ulrike Nikola

Stand: 15.02.2019

Unterwegs zwischen Signalfelsen und Hoher Wacht | Bild: BR; Ulrike Nikola

Dieser 853 Meter hohe Berg besticht durch seinen langgezogenen Bergrücken, der ideal ist für eine Genuss-Skitour auf einsamer Route.

Lukas Lauterbach links und Florian Dörfler rechts vom WSV Warmensteinach

Florian und Lukas vom Wintersportverein Warmensteinach führen die Gruppe auf die Königsheide und versprechen eine feine Abfahrt. Obwohl das Skitourengehen mehr in den Alpen zuhause ist, sind auch im Mittelgebirge Skitouren wirklich lohnenswert. In Reih und Glied steigen die Tourengeher durch den verschneiten Wald hintereinander bergauf. Von Warmensteinach geht es gleich einen kurzen Anstieg hoch zum Signalfelsen. Von hier reicht der Blick zum Eisenberg und Schanzberg und ins Steinachtal hinein. Lukas Lauterbach zeigt auf ein paar kahle Fichten. Nach den Sturmschäden hat sich der Borkenkäfer in der Fichten-Monokultur ausgetobt. Doch der junge Wald wächst nach und wurde mit tiefwurzelnden Tannen und auch Laubbäumen wie zum Beispiel Bergahorn stabilisiert.

Hoch zur Königsheide

Wir laufen weiter, setzen unsere eigene Spur in den unberührten Schnee, bleiben jedoch auf den angelegten Wegen, um die Wildtiere nicht aufzuscheuchen – Luchs und Auerhahn. Ein blauer Punkt markiert den schmalen, malerischen Jägersteig zwischen den verschneiten Fichten hindurch. Früher verband der Jägersteig hier oben die beiden Orte Warmensteinach und Weidenberg, weil das Tal unten sumpfig und unpassierbar war.

Blick auf Warmensteinach und den Schanzberg

Im Fichtelgebirge gibt es natürlich auch so manche Sage und eine ganz spezielle von der Königsheide. An einem Johannis-Abend, so erzählt Florian Dörfler, stieg ein Köhler zu seinem Meiler auf, um nach dem verkohlenden Holz zu schauen. Im weiteren geht es um eine Höhle voller Gold, um zerstörerische Gier und schließlich um Glück und Gerechtigkeit – und um einen Ritter, der die Geister des Berges beleidigt hatte und daraufhin nie mehr gesehen wurde.

Abfahrt runter nach Warmensteinach

Der Gipfel der Königsheide gleicht eher einem sanften Bergrücken als einem steil aufragenden Felsen und wird flankiert von einem renaturierten Hochmoor. Von der Hohen Wacht, einem sonnigen Plateau, das über Warmensteinach thront, blicken wir hinüber ins Wagental und legen an diesem schönen Rastplatz eine Pause ein.  Dann folgt die rasante Abfahrt im Tiefschnee hinab nach Warmensteinach – ehemals die steilste Pisten-Abfahrt Nordbayerns, bis dann vor einigen Jahren der Königsheide-Skilift abgebaut wurde.

Karte: Die Königsheide

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Die Königsheide


32