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Mit Bahn und Bus zum Berg Öko-Skitouren-Safari im Kleinwalsertal

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Berg? Wir alle wissen, dass das eine gute Idee wäre. Vor allem gut für die Umwelt. Aber in der Praxis? Einige Täler und Regionen in den Alpen werben damit, dass man bei ihnen zur Berg- oder Skitour gut mit Bahn und Bus kommt. Zum Beispiel das Kleinwalsertal.

Von: Folkert Lenz

Stand: 16.03.2019

Mit Bahn und Bus zum Berg  | Bild: BR; Folkert Lenz

Auf geht’s zur Öko-Skitouren-Safari rund um den Hohen Ifen: Start mit der Seilbahn von der Auenhütte im Schwarzwassertal, einem Seitenarm des Kleinwalsertals. Skiführer Samuel Riezler erklärt: „Also, so etwa 400 Höhenmeter müssen wir schon selber laufen. Aber wir haben dafür etwa 2000 Höhenmeter Abfahrt.“

Markante Silhouette des Hohen Ifen

Die mächtige Kalk-Mauer vom Ifen beherrscht das Kleinwalsertal.

Die Ifen-Runde führt aus dem Kleinwalsertal heraus auf die Bregenzer-Wald-Seite und bis ins Lechtal, bevor sich der Kreis mit einer Abfahrt durch das Gemsteltal nach Bödmen wieder schließt. Und ja: Aufstiege per Ski sind auch dabei! Zum Beispiel der Mini-Anstieg von der Bergstation des Ifenliftes am Hahnenköpfle vorbei, bei dem sich die Gruppe warmlaufen kann. Über der Skispur baut sich die rötlich-braune Kalkmauer des Ifen-Gipfels auf. Er gilt als der markanteste Berg im Kleinwalsertal.

Respekt vor der Abfahrt

400 Höhenmeter Aufstieg stehen an. Dafür gibt’s 2000 Höhenmeter Abfahrt.

Ab dem Hahnenköpfle dauert es nicht lang, dann ist der Beginn der ersten Abfahrt erreicht. Es hat in den letzten Tagen ordentlich geschneit. Die Lawinensituation ist trotzdem recht entspannt. Und so entscheidet sich Samuel Riezler für den steilen Downhill durch den Hirschgraben. Auf einem schmalen Band stapfen die Gefährten die ersten Meter durch eine Felswand, bis sie in den Grund des Couloirs hinüberrutschen können. Die meisten seiner Gäste reagieren ungewöhnlich an dieser Stelle, erzählt Riezler. „Sie werden stiller da oben. Weil man runtersieht. Gerade da oben hat man doch einen ordentlichen Respekt davor.“

Von Tal zu Tal

Die Abfahrt durch den Hirschgraben beginnt

Ein paar enge Skischwünge sind im 40 Grad steilen Gelände zu setzen, dann weitet sich der Graben schnell. Hang um Hang folgt, immer weiter das Schönenbachtal hinab bis zur gleichnamigen Vorsäß-Alpe. In dem nur im Sommer bewohnten Ort hat im Winter zumindest der Egender-Wirt geöffnet. Ein praktisches Etappenziel! In der gemütlichen Stube erzählt Samuel Riezler, dass solche Arten von Skitouren auch innerhalb des Kleinwalsertals gut möglich sind: „Wir machen oft so Touren, wo man in dem einen Tal startet und in dem anderen Tal rauskommt. Die Verbindungen sind so gut, dass man da mit den Bussen einfach wieder zurückkommt zum Startpunkt. Man kann die Bahnen ein bisschen mitnutzen.“

Der Widderstein als Platzhirsch

Am Hochtannbergpass heißt es wieder: Auffellen!

Kombi-Touren wie die Ifen-Safari lassen sich auch vor Ort im Kleinwalsertal gut durchführen. Der Walserbus verkehre auf den Hauptachsen des Tales in der Saison im Zehn-Minuten-Takt, erläutert Elmar Müller vom hiesigen Tourismusverband. Bei der Ifen-Umrahmung läufts nicht ganz so reibungslos. Denn wer von Schönenbach nicht kilometerlang das Tal nach Bezau hinausschieben will, der ist auf einen Shuttle angewiesen. Linienbusse bringen einen dann aber weiter bis zum Hochtannbergpass hinter Schröcken. Am Straßenrand heißt es dort wieder: Auffellen!

Hoch über dem Pass thront ein wuchtiger Klotz über den makellosen Skihängen. Der Anblick des Gipfels weckt bei Skiführer Samuel schon wieder Heimatgefühle.„Das ist der größte oder der höchste Berg vom Walsertal, der Große Widderstein“, erzählt er mit Blick auf die Gipfelrinne, in der schon Skispuren sichtbar sind.

Traverse zum Gemstelpass

Der Große Widderstein: Wahrzeichen des Walsertals

Die Gipfelrinne ist jetzt aber nicht das nächste Ziel, sondern ein kleiner Gupf oberhalb der Widdersteinhütte, die schon vom Hochtannbergpass aus zu erahnen ist. Nach einer Stunde Aufstieg vermittelt das Leopoldshörnle nämlich den Zugang zu einer fallenden Querung. In einer gemütlichen Traverse wird der Gemstelpass erreicht. Und von da an geht’s bergab auf Ski, bis bei Bödmen wieder der Talboden des Kleinwalsertales erreicht ist. Mission „Öko-Skitouren-Safari“ erfüllt! Denn an der Haltestelle wartet schon der Linienbus…

Karte: Kleinwalsertal

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Karte: Kleinwalsertal


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