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Auf die Alplespleisspitze in den Lechtaler Alpen Lange und lohnende Skitour durch das Kaisertal

Der kleine Ort Kaisers liegt in einem Seitental des Tiroler Lechtals auf rund 1530 Meter Höhe und ist damit das höchst gelegene Dorf im Außerfern. Die Gegend ist eine der schneereichsten Ecken Österreichs. Das Skigebiet am Arlberg mit seinen weltbekannten Skiorten, hunderten Pistenkilometern und legendären Tiefschnee-Abfahrten ist gleich um die Ecke. Für Skitourengeher sind dagegen die beiden Täler, die von Kaisers abzweigen, das Kaisertal und das Almajurtal, bestens geeignet.

Von: Iris Härdle

Stand: 18.03.2022

Aplespleis-Spitze in den Lechtaler Alpen: anstrengender Aufstieg durch die Rinne zum Gipfel | Bild: BR/Iris Härdle

Die beiden Täler bieten unzählige Möglichkeiten. Allerdings, so Wolfgang Zott, Hüttenwirt im Edelweißhaus in Kaisers, sind es in der Regel sehr anspruchsvolle Touren mit steilen Hanglagen, oft lawinengefährdet: „Die Menschen, die hierherkommen, sollten schon wissen, was sie tun.“ Wolfgang hat schon als kleiner Bub mit seinen Eltern Urlaub in Kaisers gemacht und kennt hier jeden Gipfel. Zusammen mit seiner Frau Sabine führt er nun im siebten Winter das Alpenvereinshaus, das vielen Skitourengehern als Stützpunkt dient.

Abmarsch am Edelweißhaus

Die Haustour ist der 2210 Meter hohe Hahnleskopf, eine feine, aber recht kurze Tour. Deutlich länger, höher, weiter ist die Tour auf die Alplespleisspitze oder auch Aples-Pleisspitze - beide Namen finden sich in Kartenmaterial.

Zustieg durchs einsame Kaisertal

Die Tour auf den 2650 Meter hohen Gipfel führt zunächst entspannt durchs wildromantische Kaisertal. Es geht gemütlich dahin, nur wenige Höhenmeter sind zu bewältigen. Dabei lässt sich die Abgeschiedenheit des Tals, der Blick auf weite, weiße Almen und die rassigen Berggipfel, die sich seitlich erheben, in vollen Zügen genießen. Nach etwa einer Stunde ist die Kaiseralpe erreicht, die im Winter geschlossen ist. Im Sommer dagegen herrscht reger Betrieb, erinnert sich Barbara, die vor gut einem halben Jahr hier war.

Die Kaiseralpe ist ideal für eine kurze Rast, bevor der anstrengendere Teil der Tour beginnt. Der erste größere Anstieg führt auf eine Art Hochplateau, den Kälberlahnzug. Von hier aus geht es in einem langgezogenen Linksbogen in Richtung Talschluss. Die Route zur Alplespleisspitze zweigt dann links in einem steilen Anstieg ab. Am Schluss erwartet die Tourengeher noch eine schmale, steile Rinne.

Hier ist eine gute Spitzkehren-Technik gefragt

Im Vorteil ist, wer eine gute Spitzkehren-Technik beherrscht. Schließlich ist der Südgipfel erreicht, wo es sich empfiehlt, die Ski zu deponieren oder die Tour hier zu beenden. Wer zum Hauptgipfel will, muss je nach Schneelage eine felsige Schrofenpassage überwinden. Von oben bietet sich ein gigantischer Rundblick auf die mächtigen Lechtaler Berge und die imposanten Nachbargipfel wie die Vorderseespitze, das Feuerspitzmassiv oder die Valluga – eine grandiose Belohnung für den anstrengenden Aufstieg.

Abfahrtsspaß über die breiten Hänge

Für die Abfahrt sollten noch ein paar Kraft-Reserven übrig sein. Zuerst muss die schmale Rinne, die nur sehr geübten Skifahrern Freude macht, bewältigt werden. Ein großer Pluspunkt der Tour ist dann aber die geniale Firnabfahrt über die breiten nach Süd-West ausgerichteten Hänge weiter unten.

Fazit: eine rundum lohnende Skitour, die aber sichere Lawinen-Verhältnisse und ausreichend Kondition verlangt. Mit 1200 Höhenmeter und rund 18 Kilometer Strecke gehört die Alplespleisspitze zu den langen und anspruchsvollen Skitouren in den Lechtaler Alpen.

Hinweis zum Namen

Alplespleisspitze oder auch Aples-Pleisspitze - beide Namen finden sich in Kartenmaterial

Karte: Alplespleisspitze

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Alplespleisspitze


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