3

Hochalpine Rundtour in der Goldberggruppe Skitour auf den Hocharn im Rauriser Tal

Die Rundtour über den Hohen Sonnblick zum Hocharn in den Hohen Tauern gehört zu den großen hochalpinen Skitourenrunden der Ostalpen. Zwischen dem „Tauernkönig“, dem Großglockner, und der „Tauernkönigin“, der Hochalmspitze, nehmen diese Gipfel der Goldberggruppe am Alpenhauptkamm eine besondere Stellung ein und für das wilde Rauriser Tal sind es die prominenten Wahrzeichen.

Von: Georg Bayerle

Stand: 23.02.2019

Diese hochalpine Rundtour lässt also spezielle Erlebnisse erwarten, zumal in der charmanten Begleitung zweier Schwestern aus dem Tal. Für sie ist die gemeinsame Winterbesteigung ihres höchsten Berges, des Hocharn, ebenfalls eine Premiere.

Das Rauriser Tal

Nach Stunden im beißenden Höhensturm hat sich der Wind schlagartig gelegt. Jetzt passt das ganze Anziehzeugs nicht mehr in Monikas schlanken Rucksack. Das Verstauen ist aber fast das einzige Problem, das wir an diesen Tagen haben. Blauer Himmel und ein Gipfelmeer von den slowenischen Alpen bis zum Watzmann lassen uns staunen und schwärmen. Vom Vortag aber fühlen wir uns noch ziemlich ausgelaugt. 1600 lange Höhemeter im eisigen Sturm waren es von Kolm-Saigurn auf den Hohen Sonnblick. Karolin, Deutschlehrerin an der Handelsakademie, hat heute sogar das morgendliche Sonnenaufgangs-Schauspiel im Zittelhaus auf dem Gipfel verschlafen.

Die Schwestern auf dem Dach von Rauris

Im Höhensturm und auf den gefrorenen steilen Anstiegen aber zeigen sich die beiden Schwestern Ende zwanzig als echte Berglerinnen mit durchaus kerniger alpiner Mentalität. Monika studiert Wirtschaft und Recht und arbeitet an der Salzburger Landesregierung. Beide haben vor ein paar Jahren die Familientradition der Almhütte wiederaufleben lassen. 60 Jahre hatte die Urgroßtante Gäste bewirtet, dann lag die Hütte 15 Jahre lang brach, bis die beiden Schwestern den Betrieb wiederaufgenommen haben. In Rauris kennt sie jeder, sagt Hermann Maislinger, der Wirt unten am Talschluss in Kolm-Saigurn. „Heimkühe“, die nicht aus dem Stall, also nicht aus dem Tal hinauswollen, sind die beiden studierten Frauen aber nicht – sie sind eben nur ganz besonders heimatverbunden.

Gipfelinterview auf dem Hocharn

Der zweite Tag der Runde ist glücklicherweise nicht mehr ganz so fordernd wie der lange Hatscher auf den Hohen Sonnblick. Erst geht es 700 Höhenmeter über das Kleinfleißkees Richtung Heiligenblut und Großglockner bergab, dann im Nachbartal 800 Höhenmeter wieder bergauf. Zweimal liegen steilere Hänge im Weg, die sichere Lawinenverhältnisse verlangen. Zuletzt geht es auf das sanfte Gipfeldach des 3254 Meter hohen Hocharn. Von hier oben, dem „Dach von Rauris“, können wir sogar auf das Observatorium und die Hütte auf dem Sonnblickgipfel hinabblicken – und hinein ins wirklich unüberschaubare Gipfelmeer der Ostalpen.

Fantastische Impressionen von dieser Skitourenrunde im Herzen der Hohen Tauern gibt es in der BR-Mediathek bei Bergauf Bergab.

Karte: Der Hocharn

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Der Hocharn


3